Nord-Ostsee-Kanal Steckbrief & Bilder

Nord-Ostsee-Kanal Steckbrief & Bilder

Der Nord-Ostsee-Kanal (früher Kaiser-Wilhelm-Kanal) ist ein 98 Kilometer langer Binnenschifffahrtskanal im deutschen Bundesland Schleswig-Holstein.

Der Kanal wurde 1895 fertiggestellt und später verbreitert und verbindet die Nordsee bei Brunsbüttel mit der Ostsee bei Kiel-Holtenau.

Durchschnittlich 460 km werden durch die Nutzung des Nord-Ostsee-Kanals eingespart, anstatt die Halbinsel Jütland zu umfahren.

Das spart nicht nur Zeit, sondern vermeidet auch sturmgefährdete See und die Durchfahrt durch die dänischen Meerengen.

Der Nord-Ostsee-Kanal ist neben seinen beiden Seeeinfahrten bei Oldenbüttel durch den kurzen Gieselau-Kanal mit der schiffbaren Eider verbunden.

Geschichte

Die erste Verbindung zwischen Nord- und Ostsee wurde gebaut, als das Gebiet unter dänisch-norwegischer Herrschaft stand. Er wurde Eiderkanal genannt und nutzte Abschnitte des Flusses Eider für die Verbindung zwischen den beiden Meeren.

Der Eiderkanal wurde während der Herrschaft von Christian VII. von Dänemark im Jahr 1784 fertiggestellt und war ein 43 Kilometer langer Teil einer 175 Kilometer langen Wasserstraße von Kiel bis zur Mündung der Eider bei Tönning an der Westküste. Er war nur 29 Meter breit und 3 Meter tief, was die Zahl der Schiffe, die den Kanal benutzen konnten, auf 300 Tonnen begrenzte.

1864, nach dem Zweiten Schleswigschen Krieg, kam Schleswig-Holstein unter die Regierung Preußens (ab 1871 Deutsches Reich). Ein neuer Kanal wurde von Kaufleuten und von der deutschen Marine angestrebt, die ihre Stützpunkte in der Ostsee und der Nordsee miteinander verbinden wollte, ohne Dänemark umfahren zu müssen.

Bau und Ausbau

Im Juni 1887 begannen die Bauarbeiten in Holtenau bei Kiel. Über 9.000 Arbeiter brauchten acht Jahre für den Bau des Kanals. Am 20. Juni 1895 eröffnete Kaiser Wilhelm II. den Kanal offiziell für die Durchfahrt von Brunsbüttel nach Holtenau. Am nächsten Tag fand in Holtenau ein Festakt statt, bei dem Wilhelm II. die Wasserstraße auf den Namen Kaiser-Wilhelm-Kanal (nach seinem Großvater, Kaiser Wilhelm I.) taufte und den Schlussstein legte.

Der britische Regisseur Birt Acres filmte die Eröffnung des Kanals; das Science Museum in London bewahrt erhaltene Aufnahmen dieses frühen Films. Das erste Schiff, das den Kanal passierte, war die „SMS Jagd“, die Ende April (vor der offiziellen Eröffnung des Kanals) hindurchgeschickt wurde, um festzustellen, ob der Kanal befahrbar war.

Das erste transatlantische Segelschiff, das den Kanal passierte, war die Lilly, kommandiert von Johan Pitka. Lilly, eine Bark, war ein hölzernes Segelschiff von etwa 390 Tonnen, das 1866 in Sunderland, Großbritannien, gebaut wurde. Sie hatte eine Länge von 38,9 m, eine Breite von 8,7 m, eine Tiefe von 5,4 m und einen 9,8 m langen Kiel.

Um dem zunehmenden Verkehr und den Anforderungen der kaiserlichen deutschen Marine gerecht zu werden, wurde der Kanal zwischen 1907 und 1914 verbreitert, um Schlachtschiffen der Größe Dreadnought die Durchfahrt zu ermöglichen, damit sie zwischen der Ostsee und der Nordsee fahren konnten, ohne Dänemark umfahren zu müssen.

Zwei größere Kanalschleusen in Brunsbüttel und Holtenau wurden installiert, um die Erweiterung abzuschließen.

Nach dem Ersten Weltkrieg

Nach dem Ersten Weltkrieg verlangte der Versailler Vertrag, dass der Kanal für Handels- und Kriegsschiffe aller mit Deutschland im Frieden befindlichen Nationen offen sein sollte, wobei er unter deutscher Verwaltung stehen sollte. (Die Vereinigten Staaten widersetzten sich diesem Vorschlag, um keinen Präzedenzfall für ähnliche Zugeständnisse beim Panamakanal zu schaffen.)

Die Regierung unter Adolf Hitler lehnte den internationalen Status 1936 ab, aber der Kanal wurde nach dem Zweiten Weltkrieg wieder für den gesamten Verkehr geöffnet. Im Jahr 1948 wurde der heutige Name angenommen.

Im März 2013 war der Kanal zeitweise gesperrt, nachdem zwei Schleusentore am westlichen Ende bei Brunsbüttel ausgefallen waren. Schiffe mit einer Länge von mehr als 125 Metern waren gezwungen, über das Skagerrak zu fahren, ein 450 Kilometer langer Umweg. Der Ausfall wurde auf Vernachlässigung und mangelnde Finanzierung durch die deutsche Bundesregierung zurückgeführt, die sich mit dem Land Schleswig-Holstein im Finanzstreit um den Kanal befindet.

Das Bundesverkehrsministerium versprach rasche Reparaturen.

Betrieb

Für den Kanal gibt es detaillierte Verkehrsregeln. Jedes durchfahrende Schiff wird je nach Größe in eine von sechs Verkehrsgruppen eingeteilt. Größere Schiffe sind verpflichtet, Lotsen und spezialisierte Kanalsteuerleute zu akzeptieren, in manchen Fällen sogar die Hilfe eines Schleppers.

Außerdem gibt es Vorschriften zum Überholen von entgegenkommenden Schiffen. Größere Schiffe können auch verpflichtet sein, an den in Abständen entlang des Kanals angebrachten Pollern anzulegen, um entgegenkommenden Schiffen die Durchfahrt zu ermöglichen. Alle festen Brücken, die den Kanal seit seinem Bau überqueren, haben eine Durchfahrtshöhe von 42 Metern.

Die maximale Länge für Schiffe, die den Nord-Ostsee-Kanal passieren, beträgt 235,50 Meter bei einer maximalen Breite von 32,50 Metern; diese Schiffe können einen Tiefgang von bis zu 7,00 Metern haben. Schiffe bis zu einer Länge von 160,00 Metern dürfen einen Tiefgang von bis zu 9,50 Metern haben.

Der Bulker Ever Leader (Tragfähigkeit 74001 t) gilt als das Frachtschiff, das bisher am nächsten an die Gesamtgrenzen herankam.

Quelle: Wiki

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