Schleswig-Holstein Steckbrief & Bilder

Schleswig-Holstein Steckbrief & Bilder

Schleswig-Holstein ist das nördlichste der 16 Bundesländer Deutschlands und umfasst den größten Teil des historischen Herzogtums Holstein sowie den südlichen Teil des ehemaligen Herzogtums Schleswig.

Die Hauptstadt ist Kiel, weitere nennenswerte Städte sind Lübeck und Flensburg.
Die Region heißt auf Dänisch Slesvig-Holsten und wird [ˌsle̝ːsvi ˈhʌlˌste̝ˀn] ausgesprochen. Im älteren Englisch ist es auch als Sleswick-Holsatia bekannt.

Der niederdeutsche Name ist Sleswig-Holsteen, und der nordfriesische Name ist Slaswik-Holstiinj. Historisch gesehen kann sich der Name auch auf eine größere Region beziehen, die sowohl das heutige Schleswig-Holstein als auch die ehemalige Grafschaft Südjütland (Nordschleswig; heute Teil der Region Süddänemark) in Dänemark umfasst.

Geschichte

Der Begriff „Holstein“ leitet sich vom altsächsischen Holseta Land ab (Holz und Holt bedeuten im modernen Standarddeutsch bzw. im literarischen Englisch Holz).

Ursprünglich bezog er sich auf den zentralen der drei sächsischen Stämme nördlich der Elbe: Tedmarsgoi (Dithmarschen), Holstein und Sturmarii (Stormarn). Das Gebiet des Stammes der Holsteiner lag zwischen der Stör und Hamburg, und nach der Christianisierung befand sich ihre Hauptkirche in Schenefeld.

Nach den Sachsenfeldzügen Karls des Großen im späten achten Jahrhundert wurde Sachsen-Holstein ein Teil des Heiligen Römischen Reiches. Seit 811 wurde die Nordgrenze Holsteins (und damit des Reiches) durch den Fluss Eider markiert.

Der Begriff Schleswig stammt von der Stadt Schleswig. Der Name leitet sich ab von der Schlei im Osten und vik, was auf Altnordisch „Bucht“ oder auf Altsächsisch „Siedlung“ bedeutet, und ist verwandt mit dem Element „-wick“ oder „-wich“ in Ortsnamen in Großbritannien.

Das Herzogtum Schleswig oder Südjütland war ursprünglich ein fester Bestandteil Dänemarks, wurde aber im Mittelalter als Lehen unter dem Königreich Dänemark eingerichtet, mit dem gleichen Verhältnis zur dänischen Krone wie z.B. Brandenburg oder Bayern gegenüber dem Heiligen Römischen Kaiser.

Um 1100 gab der Herzog von Sachsen Holstein als eigenes Land an den Grafen Adolf I. von Schauenburg.

Fürstentümer im dänischen Reich

Schleswig und Holstein gehörten zu verschiedenen Zeiten ganz oder teilweise entweder zu Dänemark oder Deutschland oder waren von beiden Nationen nahezu unabhängig.

Die Ausnahme ist, dass Schleswig bis zum Zweiten Schleswigschen Krieg 1864 nie zu Deutschland gehörte. Viele Jahrhunderte lang war der König von Dänemark sowohl ein dänischer Herzog von Schleswig als auch ein deutscher Herzog von Holstein.

Im Wesentlichen war Schleswig entweder in Dänemark integriert oder ein dänisches Lehen, und Holstein war ein deutsches Lehen und vor langer Zeit einmal ein souveräner Staat. Beide wurden mehrere Jahrhunderte lang von den Königen von Dänemark regiert.

Im Jahre 1721 wurde ganz Schleswig als ein einziges Herzogtum unter dem König von Dänemark vereinigt, und die Großmächte Europas bestätigten in einem internationalen Vertrag, dass alle zukünftigen Könige von Dänemark automatisch Herzöge von Schleswig werden sollten, und folglich würde Schleswig immer der gleichen Erbfolgeordnung folgen, wie sie im Königreich Dänemark gewählt wurde.

In der Kirche wurde nach der Reformation im südlichen Teil Schleswigs deutsch und im nördlichen Teil dänisch gesprochen. Dies sollte sich später als entscheidend für die Ausprägung des Nationalgefühls in der Bevölkerung erweisen, ebenso wie nach 1814, als die Schulpflicht eingeführt wurde.

Die Verwaltung beider Herzogtümer wurde in deutscher Sprache geführt, obwohl sie von Kopenhagen aus regiert wurden (ab 1523 durch die deutsche Kanzlei, die 1806 in Schleswig-Holsteinische Kanzlei umbenannt wurde).

Schleswig-Holsteinische Frage

Im Zuge des deutsch-nationalen Erwachens nach den Napoleonischen Kriegen entstand in Holstein und Südschleswig eine starke Volksbewegung für die Vereinigung mit einem neuen, preußisch dominierten Deutschland.

Parallel zu dieser Entwicklung gab es ein ebenso starkes dänisches nationales Erwachen in Dänemark und Nordschleswig. Diese Bewegung forderte die vollständige Wiedereingliederung Schleswigs in das Königreich Dänemark und verlangte ein Ende der Diskriminierung der Dänen in Schleswig.

Der daraus resultierende Konflikt wird manchmal als Schleswig-Holsteinische Frage bezeichnet. 1848 erklärte König Friedrich VII. von Dänemark, dass er Dänemark eine liberale Verfassung geben würde, und das unmittelbare Ziel der dänischen Nationalbewegung war es, sicherzustellen, dass diese Verfassung allen Dänen Rechte geben würde, d.h. nicht nur denjenigen im Königreich Dänemark, sondern auch den in Schleswig lebenden Dänen (und Deutschen).

Außerdem forderten sie den Schutz der dänischen Sprache in Schleswig (die dominierende Sprache in fast einem Viertel Schleswigs war seit Beginn des 19. Jahrhunderts vom Dänischen zum Deutschen gewechselt).

Eine liberale Verfassung für Holstein wurde in Kopenhagen nicht ernsthaft in Erwägung gezogen, denn es war bekannt, dass die politische Elite Holsteins konservativer war als die Kopenhagens.

Vertreter deutsch gesinnter Schleswig-Holsteiner forderten, dass Schleswig und Holstein vereinigt werden und eine eigene Verfassung erhalten sollten und dass Schleswig sich Holstein als Mitglied des Deutschen Bundes anschließen sollte.

Diese Forderungen wurden 1848 von der dänischen Regierung abgelehnt, und die Deutschen in Holstein und Südschleswig rebellierten. Damit begann der Erste Schleswigsche Krieg (1848-51), der mit einem dänischen Sieg bei Idstedt endete.

1863 brach der Konflikt erneut aus, als Friedrich VII. ohne legitime Nachkommen starb. Nach der dänischen und schleswigschen Erbfolgeordnung sollten die Kronen sowohl Dänemarks als auch Schleswigs auf Herzog Christian vom Herzogtum Glücksburg übergehen, der Christian IX. wurde.

Umstrittener war die Übertragung des Herzogtums Holstein an das Oberhaupt des (deutschsprachigen) Zweiges des dänischen Königshauses, das Haus Augustenborg. Die Trennung der beiden Herzogtümer wurde von dem Erben Augustenborgs angefochten, der wie schon 1848 den Anspruch erhob, rechtmäßiger Erbe sowohl von Schleswig als auch von Holstein zu sein.

Die Verabschiedung einer gemeinsamen Verfassung für Dänemark und Schleswig im November 1863 veranlasste Otto von Bismarck zum Eingreifen und Preußen und Österreich erklärten Dänemark den Krieg. Dies war der Zweite Schleswigsche Krieg, der mit einer dänischen Niederlage endete.

Britische Vermittlungsversuche in der Londoner Konferenz von 1864 scheiterten, und Dänemark verlor Schleswig (Nord- und Südschleswig), Holstein und Lauenburg an Preußen und Österreich.

Quelle: Wiki

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