Freiburg Steckbrief – Geschichte

Freiburg Steckbrief – Geschichte

Freiburg ist eine kreisfreie Stadt in Baden-Württemberg, Deutschland. Mit rund 230.000 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2018) ist Freiburg nach Stuttgart, Karlsruhe und Mannheim die viertgrößte Stadt in Baden-Württemberg. Die Einwohnerzahl des Großraums Freiburg betrug 2018 656.753. Sie liegt im Südwesten des Landes an der Dreisam, am Fuße des Schlossbergs. Historisch gesehen ist die Stadt das Zentrum des Breisgaus am Westrand des Schwarzwaldes in der Oberrheinischen Tiefebene. Als berühmte altdeutsche Universitätsstadt und erzbischöfliche Residenzstadt wurde Freiburg im frühen zwölften Jahrhundert eingemeindet und entwickelte sich zu einem bedeutenden wirtschaftlichen, geistigen und kirchlichen Zentrum der Oberrheinregion. Die Stadt ist bekannt für ihr mittelalterliches Münster und die Renaissance-Universität, aber auch für ihren hohen Lebensstandard und ihre fortschrittlichen Umweltpraktiken. Die Stadt liegt im Herzen des bedeutenden badischen Weinanbaugebiets und dient als primärer touristischer Einstiegspunkt in die landschaftliche Schönheit des Schwarzwalds. Laut meteorologischer Statistik ist die Stadt die sonnigste und wärmste in Deutschland und hielt von 2003 bis 2015 den deutschen Temperaturrekord von 40,2 °C.

Geschichte

Freiburg wurde 1120 von Konrad und Herzog Berthold III. von Zähringen als freie Marktstadt gegründet; daher auch der Name, der übersetzt „freie (oder unabhängige) Stadt“ bedeutet. Frei“ bedeutet „frei“, und Burg, wie das moderne englische Wort „borough“, wurde in jenen Tagen für eine eingemeindete Stadt oder Gemeinde verwendet, normalerweise eine mit einem gewissen Grad an Autonomie. Das deutsche Wort Burg bedeutet auch „eine befestigte Stadt“, wie in Hamburg. So ist es wahrscheinlich, dass der Name dieses Ortes „befestigte Stadt der freien Bürger“ bedeutet.
Die Stadt lag strategisch günstig an einem Knotenpunkt der Handelswege zwischen dem Mittelmeer und dem Nordseeraum sowie dem Rhein und der Donau. Im Jahr 1200 zählte Freiburg rund 6.000 Einwohner. Etwa zu dieser Zeit begann die Stadt unter Bertold V., dem letzten Herzog von Zähringen, mit dem Bau des Freiburger Münsters an der Stelle einer älteren Pfarrkirche. Im romanischen Stil begonnen, wurde es fortgeführt und 1513 größtenteils als gotisches Bauwerk vollendet.

Als Bertold V. 1218 starb, übernahm der damalige Graf Egino V. von Urach als Egino I. von Freiburg den Titel des Freiburger Grafen. Der Rat der Stadt traute den neuen Adeligen nicht und schrieb seine angestammten Rechte in einer Urkunde nieder. Ende des dreizehnten Jahrhunderts kam es zu einer Fehde zwischen den Freiburger Bürgern und ihrem Herrn, Graf Egino II. von Freiburg. Egino II. erhöhte die Steuern und wollte die Freiheit der Bürger einschränken. Daraufhin zerstörten die Freiburger mit Katapulten die gräfliche Burg auf dem Schloßberg, der die Innenstadt überragt. Der wütende Graf rief seinen Schwager, den Straßburger Bischof Konradius von Lichtenberg, um Hilfe an. Der Bischof antwortete und marschierte mit seinem Heer nach Freiburg.

Nach einer alten Freiburger Legende erdolchte ein Metzger namens Hauri am 29. Juli 1299 den Straßburger Bischof. Es war ein Pyrrhussieg, denn von nun an mussten die Freiburger Bürger bis 1368 eine jährliche Sühne von 300 Mark in Silber an den Grafen von Freiburg zahlen. Im Jahr 1366 unternahmen die Freiburger Grafen bei einem nächtlichen Überfall einen weiteren gescheiterten Versuch, die Stadt zu besetzen. Schließlich hatten die Bürger die Nase voll von ihren Herren, und 1368 erkaufte sich Freiburg die Unabhängigkeit von ihnen. Die Stadt stellte sich unter den Schutz der Habsburger, die der Stadt ein großes Maß an Freiheit ließen. Die meisten Adligen der Stadt fielen in der Schlacht bei Sempach (1386). Die Patrizierfamilie Schnewlin übernahm die Kontrolle über die Stadt, bis sich die Zünfte auflehnten. Bis 1389 wurden die Zünfte mächtiger als die Patrizier.

Eine wichtige Geldquelle für Freiburg waren die Silberminen auf dem Schauinsland. Dieses Silber machte Freiburg zu einer der reichsten Städte Europas, und 1327 prägte Freiburg eine eigene Münze, den Rappenpfennig. 1377 schlossen die Städte Freiburg, Basel, Colmar und Breisach ein Währungsbündnis, die „Genossenschaft des Rappenpfennigs“. Dieses Bündnis erleichterte den Handel zwischen den Städten und dauerte bis zum Ende des 16. Jahrhunderts. Zwischen dem dreizehnten und vierzehnten Jahrhundert lebten in Freiburg 8.000-9.000 Menschen, und es gab 30 Kirchen und Klöster. Am Ende des vierzehnten Jahrhunderts versiegten die Silberadern, und um 1460 lebten nur noch etwa 6.000 Menschen innerhalb der Freiburger Stadtmauern.
Als Universitätsstadt entwickelte sich Freiburg vom Bergbau zu einem kulturellen Zentrum für Kunst und Wissenschaft. Sie war auch ein Handelszentrum. Das Ende des Mittelalters und der Beginn der Renaissance waren für Freiburg eine Zeit des Fortschritts, aber auch der Tragödie.
Im Jahr 1457 gründete Albrecht VI., Regent von Further Österreich, die Albert-Ludwigs-Universität, eine der ältesten Universitäten in Deutschland. 1498 hielt Kaiser Maximilian I. in Freiburg einen Reichstag ab. Im Jahr 1520 verabschiedete die Stadt eine Reihe von Rechtsreformen, die als die fortschrittlichsten der damaligen Zeit gelten. Ziel war es, ein Gleichgewicht zwischen den städtischen Traditionen und dem alten römischen Recht zu finden. Die Reformen wurden gut aufgenommen, besonders die Abschnitte, die sich mit dem Zivilprozessrecht, der Strafe und der Stadtverfassung befassten.

1520 beschloss Freiburg, sich nicht an der Reformation zu beteiligen und wurde zu einem wichtigen Zentrum des Katholizismus am Oberrhein. Erasmus zog hierher, nachdem Basel die Reformation angenommen hatte.
1536 führte ein starker und hartnäckiger Glaube an Hexerei zur ersten Hexenverfolgung in der Stadt. Das Bedürfnis, einen Sündenbock für Katastrophen wie die Schwarze Pest zu finden, der 1564 2.000 Einwohner der Region (25% der Stadtbevölkerung) zum Opfer fielen, führte zu einer Eskalation der Hexenverfolgung, die 1599 ihren Höhepunkt erreichte. Eine Gedenktafel an der alten Stadtmauer markiert die Stelle, an der Verbrennungen durchgeführt wurden.

Das siebzehnte, achtzehnte und neunzehnte Jahrhundert waren turbulente Zeiten für Freiburg. Zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges lebten 10.000-14.000 Bürger in Freiburg, am Ende des Krieges waren es nur noch 2.000. Während dieses Krieges und anderer Konflikte gehörte die Stadt zu verschiedenen Zeiten den Österreichern, Franzosen, Schweden, Spaniern und verschiedenen Mitgliedern des Deutschen Bundes. Zwischen 1648 und 1805, als die Stadt nicht unter französischer Besatzung stand, war sie der Verwaltungssitz von Further Austria, den habsburgischen Territorien im Südwesten von Deutschland. Im Jahr 1805 wurde die Stadt zusammen mit dem Breisgau und der Ortenau Teil von Baden.
Mit der Gründung der Erzdiözese Freiburg im Jahr 1827 wurde Freiburg Sitz eines katholischen Erzbischofs.

Am 22. Oktober 1940 ordnete der NS-Gauleiter von Baden, Robert Heinrich Wagner, die Deportation der gesamten badischen und 350 der Freiburger jüdischen Bevölkerung an. Sie wurden in das Lager Gurs in Südfrankreich deportiert, wo viele starben. Am 18. Juli 1942 wurden die verbliebenen badischen und Freiburger Juden nach Auschwitz im nationalsozialistisch besetzten Polen gebracht, wo fast alle ermordet wurden. Ein lebendiges Mahnmal wurde in Form des „Fußabdrucks“ aus Marmor an der Stelle der ursprünglichen Synagoge der Stadt geschaffen, die am 9. November 1938, während des Pogroms, das als Kristallnacht bekannt wurde, von den Nazis niedergebrannt wurde. Die Gedenkstätte ist ein Kinderplanschbecken und enthält eine Bronzetafel, die an das ursprüngliche Gebäude und die jüdische Gemeinde, die umgekommen ist, erinnert. Auf den Bürgersteigen Freiburgs erinnern Messingplatten vor den ehemaligen Wohnhäusern an die einzelnen Opfer.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde Freiburg schwer bombardiert. Im Mai 1940 warfen Flugzeuge der Luftwaffe irrtümlich etwa 60 Bomben auf Freiburg in der Nähe des Bahnhofs ab und töteten 57 Menschen. Am 27. November 1944 zerstörte ein Angriff von mehr als 300 Bombern des RAF Bomber Command (Operation Tigerfish) einen großen Teil der Innenstadt, mit Ausnahme des Münsters, das nur leicht beschädigt wurde. Nach dem Krieg wurde die Stadt auf ihrem mittelalterlichen Grundriss wiederaufgebaut.
Am 21. April 1945 wurde die Stadt von der französischen Armee besetzt, und Freiburg wurde bald der französischen Besatzungszone zugeteilt. Im Dezember 1945 wurde Freiburg Regierungssitz des Bundeslandes Badenia, das 1952 in Baden-Württemberg aufgegangen ist. Die französische Armee blieb in Freiburg bis 1991 präsent, als die letzte französische Armeedivision die Stadt verließ und Deutschland verließ.
Auf dem Gelände des ehemaligen französischen Armeestützpunktes entstand Ende der 1990er Jahre mit Vauban ein neuer Stadtteil für 5.000 Menschen als „nachhaltiges Modellquartier“. Solarstrom versorgt viele der Haushalte in dieser kleinen Gemeinde mit Strom.

Quelle: Wiki

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