Bamberg Steckbrief – Geschichte

Bamberg Steckbrief – Geschichte

Bamberg ist eine Stadt in Oberfranken, Deutschland, an der Regnitz nahe ihrer Mündung in den Main. Der Name der Stadt geht auf das 9. Jahrhundert zurück und wurde von der nahe gelegenen Burg Babenberch abgeleitet. Die Altstadt gilt als eine der schönsten Städte Deutschlands und gehört seit 1993 zum UNESCO-Weltkulturerbe, denn Bamberg besitzt die größte noch erhaltene Stadtmauer Europas.
Ab dem 10. Jahrhundert entwickelte sich Bamberg zu einem wichtigen Bindeglied zu den slawischen Völkern, vor allem zu denen in Polen und Pommern. Ab dem 12. Jahrhundert erlebte die Stadt eine große Blütezeit, in der sie kurzzeitig das Zentrum des Heiligen Römischen Reiches war. Auch Kaiser Heinrich II. wurde in der Altstadt begraben, zusammen mit seiner Frau Kunigunde. Die Architektur der Stadt aus dieser Zeit beeinflusste stark die Architektur in Norddeutschland und Ungarn. Ab der Mitte des 13. Jahrhunderts herrschten die Bischöfe als Reichsfürsten über Bamberg und ließen monumentale Bauten errichten. Ergänzt wurde dieses Wachstum durch den Erwerb großer Teile der Besitzungen der Grafen von Meran in den Jahren 1248 und 1260 durch den Stuhl, teils durch Kauf, teils durch Aneignung erloschener Lehen.

Bamberg verlor 1802 durch die Säkularisation der Kirchengüter seine Selbstständigkeit und kam 1803 zu Bayern. 1844 wurde die Stadt erstmals an das deutsche Schienennetz angeschlossen, das seither ein wichtiger Bestandteil der Infrastruktur ist. Nachdem in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg ein kommunistischer Aufstand die Kontrolle über Bayern übernommen hatte, flüchtete die Landesregierung nach Bamberg und blieb dort fast zwei Jahre, bevor die bayerische Hauptstadt München von Freikorps-Einheiten zurückerobert wurde. In Bamberg wurde die erste republikanische Verfassung Bayerns verabschiedet, die als „Bamberger Verfassung“ bekannt wurde.
Nach dem Zweiten Weltkrieg war Bamberg ein wichtiger Stützpunkt für das bayerische, deutsche und dann amerikanische Militär, das in den Warner Barracks stationiert war und erst 2014 geschlossen wurde.

Geschichte

In den nachrömischen Jahrhunderten der germanischen Völkerwanderung und Besiedlung war das Gebiet des späteren Bistums Bamberg zum größten Teil von Slawen bewohnt. Die 902 erstmals erwähnte Stadt wuchs bei der Burg Babenberch heran, die den Babenbergern ihren Namen gab. Nach deren Aussterben ging sie an das sächsische Haus über. Christianisiert wurde das Gebiet vor allem durch die Mönche der Benediktinerabtei Fulda, und das Land unterstand der geistlichen Oberhoheit des Bistums Würzburg.

Im Jahr 1007 machte der römische Kaiser Heinrich II. Bamberg als Familienerbe zum Sitz eines eigenen Bistums. Damit wollte der Kaiser das Bistum Würzburg verkleinern und das Christentum in den östlich von Bamberg gelegenen fränkischen Gebieten fester verankern. Nach langen Verhandlungen mit den Bischöfen von Würzburg und Eichstätt, die Teile ihrer Diözesen abtreten sollten, wurden 1008 die Grenzen des neuen Bistums festgelegt, und Papst Johannes XVIII. erteilte noch im selben Jahr die päpstliche Bestätigung. Heinrich II. ordnete den Bau einer neuen Kathedrale an, die am 6. Mai 1012 geweiht wurde. Die Kirche wurde mit Schenkungen des Papstes bereichert, und Heinrich ließ sie ihm zu Ehren weihen. Außerdem gründete Heinrich 1017 auf dem Michaelsberg bei Bamberg die Abtei Michaelsberg, eine Benediktinerabtei zur Ausbildung des Klerus. Der Kaiser und seine Gemahlin Kunigunde schenkten dem neuen Bistum große weltliche Besitzungen, und es erhielt viele Privilegien, aus denen die weltliche Macht des Bischofs erwuchs. Papst Benedikt VIII. besuchte Bamberg im Jahr 1020, um mit Heinrich II. über das Heilige Römische Reich zu beraten. Während seines Aufenthaltes versetzte er das Bistum in direkte Abhängigkeit vom Heiligen Stuhl. Er weihte auch einige Bamberger Kirchen persönlich. Für kurze Zeit war Bamberg das Zentrum des Heiligen Römischen Reiches. Heinrich und Kunigunde wurden beide im Dom beigesetzt.

Ab der Mitte des 13. Jahrhunderts regierten die Bischöfe als Reichsfürsten in Bamberg und beaufsichtigten den Bau von Monumentalbauten. In den Jahren 1248 und 1260 erhielt der Stuhl große Teile der Ländereien der Grafen von Meran, teils durch Kauf, teils durch die Aneignung erloschener Lehen. Das alte Bistum Bamberg bestand aus einem zusammenhängenden Territorium, das sich von Schlüsselfeld in nordöstlicher Richtung bis zum Frankenwald erstreckte, und besaß darüber hinaus Besitzungen in den Herzogtümern Kärnten und Salzburg, im Nordgau (der heutigen Oberpfalz), in Thüringen und an der Donau. Durch die Veränderungen infolge der Reformation wurde das Territorium des Bistums um fast die Hälfte verkleinert. Seit 1279 ist das Wappen der Stadt Bamberg in Form eines Siegels bekannt.

Die Hexenprozesse des 17. Jahrhunderts forderten in Bamberg etwa eintausend Opfer und erreichten ihren Höhepunkt zwischen 1626 und 1631 unter Fürstbischof Johann Georg II. Fuchs von Dornheim. Das berühmte, 1627 errichtete Drudenhaus (Hexengefängnis) steht heute nicht mehr; von einigen Fällen, wie dem des Johannes Junius, sind jedoch ausführliche Berichte erhalten.1647 wurde die Universität Bamberg als Academia Bambergensis gegründet.
Bambrzy (Posener Bamberger) sind deutsche Polen, die von Siedlern aus dem Bamberger Raum abstammen, die sich in den Jahren 1719-1753 in Dörfern um Poznań niederließen.
Im Jahr 1759 wurden die in Österreich gelegenen Besitzungen und Jurisdiktionen des Bistums an diesen Staat verkauft. Bei der Säkularisation (1802) umfasste das Bistum 3.305 km2 und hatte 207.000 Einwohner. Damit verlor Bamberg 1802 seine Selbständigkeit und wurde 1803 Teil Bayerns.
1844 wurde Bamberg erstmals an das deutsche Schienennetz angeschlossen, das seither ein wichtiger Bestandteil der Infrastruktur ist. Nachdem in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg ein kommunistischer Aufstand die Kontrolle über Bayern übernommen hatte, floh die Landesregierung nach Bamberg und blieb dort fast zwei Jahre, bevor die bayerische Hauptstadt München von Freikorps-Einheiten zurückerobert wurde (siehe Bayerische Räterepublik). In Bamberg wurde die erste republikanische Verfassung Bayerns verabschiedet, die als „Bamberger Verfassung“ bekannt wurde.

Im Februar 1926 diente Bamberg als Tagungsort für die Bamberger Konferenz, die von Adolf Hitler einberufen wurde, um die Einheit zu fördern und den Dissens innerhalb der damals noch jungen NSDAP zu unterdrücken. Bamberg wurde wegen seiner Lage in Oberfranken gewählt, relativ nahe an den Wohnsitzen der Mitglieder der dissidenten nördlichen Nazi-Fraktion, aber immer noch innerhalb Bayerns.
1973 feierte die Stadt das 1.000-jährige Jubiläum ihrer Gründung.

Quelle: Wiki

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