Stuttgart Steckbrief & Bilder

Stuttgart ist die Hauptstadt und größte Stadt des deutschen Bundeslandes Baden-Württemberg. Stuttgart liegt am Neckar in einem fruchtbaren Tal, das örtlich als „Stuttgarter Kessel“ bekannt ist. Es liegt eine Stunde von der Schwäbischen Alb und dem Schwarzwald entfernt. Auf ihrem Gebiet leben 634.830 Einwohner, womit sie die sechstgrößte Stadt Deutschlands ist. Im Regierungsbezirk der Stadt leben 2,8 Millionen Menschen, im Ballungsraum 5,3 Millionen Menschen und ist damit der viertgrößte Ballungsraum in Deutschland. Die Stadt und der Ballungsraum rangieren durchweg unter den 20 größten europäischen Metropolen nach dem Bruttoinlandsprodukt; Mercer listete Stuttgart auf seiner Liste der Städte nach Lebensqualität im Jahr 2015 auf Platz 21, die Innovationsagentur 2thinknow platzierte die Stadt weltweit auf Platz 24 von 442 Städten und das Globalization and World Cities Research Network stufte die Stadt in seiner Umfrage 2014 als Global City mit Beta-Status ein. Stuttgart war eine der Ausrichterstädte der offiziellen Turniere der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 1974 und 2006.
Seit dem 7. Jahrtausend v. Chr. ist der Stuttgarter Raum ein wichtiges landwirtschaftliches Gebiet und beherbergt eine Reihe von Kulturen, die den reichen Boden des Neckartals zu nutzen suchen. Das Römische Reich eroberte das Gebiet im Jahr 83 n. Chr. und errichtete bei Bad Cannstatt ein gewaltiges Kastrum, das es für mehrere Jahrhunderte zum wichtigsten regionalen Zentrum machte. Die eigentlichen Wurzeln Stuttgarts wurden im 10. Jahrhundert mit der Gründung durch Liudolf, Herzog von Schwaben, als Gestüt für seine Schlachtrösser gelegt. Zunächst überschattet vom nahen Bad Cannstatt, wuchs die Stadt stetig und erhielt 1320 das Stadtrecht. Die Geschicke Stuttgarts wendeten sich mit denen des Hauses Württemberg, und sie machten Stuttgart vom 15. Jahrhundert bis 1918 zur Hauptstadt ihrer Grafschaft, ihres Herzogtums und ihres Königreichs. Trotz der Rückschläge im Dreißigjährigen Krieg und der verheerenden Luftangriffe der Alliierten auf die Stadt und ihre Automobilproduktion während des Zweiten Weltkriegs florierte Stuttgart. Bis 1952 erholte sich die Stadt jedoch wieder und wurde zum wichtigsten Wirtschafts-, Industrie-, Tourismus- und Verlagszentrum, das sie heute ist. Stuttgart ist auch ein Verkehrsknotenpunkt und besitzt den sechstgrößten Flughafen Deutschlands. Mehrere grosse Unternehmen haben ihren Sitz in Stuttgart, darunter Porsche, Bosch, Mercedes-Benz, die Daimler AG und Dinkelacker.Stuttgart ist im Schema der deutschen Staedte ungewohnt. Sie erstreckt sich über eine Vielzahl von Hügeln (einige davon mit Weinbergen bedeckt), Tälern (vor allem um den Neckar und das Stuttgarter Becken) und Parks. Dies überrascht Besucher oft, die die Stadt mit ihrem Ruf als „Wiege des Automobils“ assoziieren. Der Tourismus-Slogan der Stadt lautet „Stuttgart bietet mehr“. Im Rahmen der aktuellen Pläne zur Verbesserung der Verkehrsanbindung an die internationale Infrastruktur (im Rahmen des Projekts Stuttgart 21) stellte die Stadt im März 2008 ein neues Logo und einen neuen Slogan vor, der sich selbst als „Das neue Herz Europas“ beschreibt. Für die Wirtschaft beschreibt es sich selbst als „Where business meets the future“. Im Juli 2010 stellte Stuttgart ein neues Stadtlogo vor, das mehr Geschäftsleute dazu anregen soll, in der Stadt zu bleiben und Pausen in der Umgebung zu genießen.Stuttgart ist eine Stadt mit einer hohen Zahl von Einwanderern. Laut Dorling Kindersley’s Eyewitness Travel Guide to Germany: „In der Stadt Stuttgart ist jeder dritte Einwohner Ausländer“. 40% der Stuttgarter Einwohner und 64% der Bevölkerung unter fünf Jahren haben einen Migrationshintergrund.

Stuttgarter Zoo

Etymologie

Stuttgart, oft auch als „Schwabenmetropole“ (englisch: swabian metropolis) bezeichnet, in Anlehnung an seine Lage in der Mitte Schwabens und den lokalen Dialekt der gebürtigen Schwaben, hat seine etymologischen Wurzeln im althochdeutschen Wort Stuotgarten oder „Gestüt“, denn die Stadt wurde 950 n. Chr. von Herzog Liudolf von Schwaben gegründet, um Haudegen zu züchten.In den lokalen Dialekten des alemannischen Deutsch kann es „Schtuegert“ und im schwäbischen Deutsch „Stuagart“ heißen; mit ähnlichen Schreibvarianten, wobei der zentrale T-Laut normalerweise weggelassen wird.

Geschichte

Antiquität

Ursprünglich war der wichtigste Ort im Neckartal der hügelige Rand des Stuttgarter Beckens am heutigen Bad Cannstatt. So war die erste Siedlung Stuttgarts eine gewaltige römische Castra stativa (Cannstatt Castrum), die um 90 n. Chr. zum Schutz der die Landschaft überziehenden Villen und Weinberge sowie der Straße von Mogontiacum (Mainz) nach Augusta Vindelicorum (Augsburg) errichtet wurde. Wie bei vielen militärischen Anlagen entstand in der Nähe eine Siedlung, die auch nach der Verlagerung des Limes weiter nach Osten bestehen blieb. Dabei wurde die Stadt in die Hände einer örtlichen Ziegelei gelegt, die anspruchsvolle Baukeramik und Keramik herstellte. Als die Römer im 3. Jahrhundert von den Alamannen an Rhein und Donau zurückgedrängt wurden, verschwand die Siedlung vorübergehend aus der Geschichte bis ins 7.

Stuttgarter Schloss

Mittlere Altersgruppen

Im Jahr 700 erwähnt Herzog Gotfrid in einem Dokument über Eigentum eine „Chan Stada“. Archäologische Beweise zeigen, dass die fränkischen Bauern der späteren merowingischen Ära das gleiche Land wie die Römer bewirtschafteten. 708 wird Cannstatt in den Archiven der Abtei St. Gallen als „Canstat ad Neccarum“ (deutsch: Cannstatt-auf-Neckar) erwähnt. Die Etymologie des Namens „Cannstatt“ ist nicht eindeutig, aber da der Ort in den Annalen von Metz (9. Jh.) als condistat erwähnt wird, leitet er sich meist vom lateinischen Wort condita („Gründung“) ab, was darauf hindeutet, dass der Name der römischen Siedlung die Vorsilbe „Condi-“ gehabt haben könnte. Alternativ schlug Sommer (1992) vor, dass der römische Ort mit der Civitas Aurelia G übereinstimmt, die in einer bei Öhringen gefundenen Inschrift bezeugt wird. Es gab auch Versuche, von einem gallischen *kondâti-„Zusammenfluss“ abzuleiten. 950 n. Chr. beschloss Herzog Liudolf von Schwaben, Sohn des heutigen römisch-deutschen Kaisers Otto I., während der ungarischen Invasionen in Europa ein Gestüt für seine Kavallerie auf einem erweiterten Gebiet des Nesenbachtals 5 Kilometer südlich des alten römischen castrum zu errichten. Land und Titel des Herzogs von Schwaben blieben in Liudolfs Händen, bis sein Aufstand vier Jahre später von seinem Vater niedergeschlagen wurde. Im Jahr 1089 errichtete Bruno von Calw das Vorgängerbauwerk des Alten Schlosses. Der Stuttgarter Weinbau, erstmals im Heiligen Römischen Reich im Jahr 1108 n. Chr. urkundlich erwähnt, hielt zwar noch einige Zeit Menschen auf dem Gebiet dieses Gestüts, aber wegen seiner Rolle als Knotenpunkt vieler wichtiger europäischer Handelswege stand das Gebiet noch weitgehend im Schatten des nahen Cannstatt. Dass hier im Hochmittelalter eine Siedlung bestand (obwohl das Gelände für das ursprüngliche Gestüt besser geeignet war), geht aus einem um 1160 datierten Schenkungsregister des Klosters Hirsau hervor, in dem ein „Hugo de Stuokarten“ erwähnt wird. Eine Siedlung an diesem Ort wurde 1229 erneut erwähnt, diesmal jedoch von Papst Gregor IX. 1219 n. Chr. ging Stuttgart (damals Stuotgarten) in den Besitz von Hermann V., Markgraf von Baden, über. Neben Backnang, Pforzheim und Besigheim fand Hermann um 1220 auch das heutige Stuttgart. Im Jahre 1251 ging die Stadt als Teil der Mitgift Mechthild von Badens an Ulrich I. von Württemberg über. Sein Sohn, Eberhard I. „der Erlauchte“, sollte als erster mit den vielen großen Erweiterungen Stuttgarts unter dem Haus Württemberg beginnen.
Eberhard wollte das Reich, das sein Vater mit Hilfe des Anti-Königs Heinrich Raspe IV., Landgraf von Thüringen, militärisch ausbauen, wurde aber durch das Vorgehen Kaiser Rudolfs I. vereitelt. Der weitere Widerstand Eberhards I. gegen die vom Kaiser geschaffenen Vogten und Vogteien sowie den neu ernannten Herzog von Schwaben Rudolf II. Nach anfänglichen Niederlagen gegen seine regionalen Rivalen entschied sich der neu gewählte Kaiser Heinrich VII. 1311 im Krieg mit der Freien Reichsstadt Esslingen gegen Eberhard I. vorzugehen, indem er seinem Vogt, Konrad IV. von Weinberg, befahl, Eberhard I. den Krieg zu erklären. Der auf dem Schlachtfeld besiegte Eberhard I. verlor Stuttgart und seine Burg (1311 niedergerissen) an Esslingen und die Stadt wurde so von 1312 bis 1315 vom Stadtstaat verwaltet. Die totale Zerstörung der Grafschaft wurde durch den Tod Heinrichs VII. am 24. August 1313 und die Wahlen Ludwigs IV. zum König der Deutschen und Friedrichs III. zum Anti-König verhindert. Eberhard nutzte die Gelegenheit, die ihm das politische Chaos bot, und eroberte 1316 seine Heimatstadt und seinen Geburtsort zurück und erzielte große Gebietsgewinne. Als endlich wieder Frieden herrschte, begann Eberhard 1317 mit der Instandsetzung und Erweiterung Stuttgarts, beginnend mit dem Wiederaufbau der Burg Wirtemberg, dem Stammsitz des Hauses Württemberg, und begann dann mit dem Ausbau der Verteidigungsanlagen der Stadt. Die frühen 1320er Jahre waren für Stuttgart von großer Bedeutung: Eberhard I. verlegte den Sitz der Grafschaft in die Stadt in ein neues und erweitertes Schloss, die Stiftskirche in Beutelsbach, in der vor ihrer Zerstörung 1311 frühere Mitglieder des württembergischen Herrscherhauses begraben worden waren, zog 1320 an ihren heutigen Standort nach Stuttgart, und die Stiftkirche der Stadt wurde zu einer Abtei ausgebaut, und die Kontrolle über die Martinskirche durch das Bistum Konstanz wurde 1321 durch päpstlichen Befehl gebrochen. Ein Jahr nach der Ernennung zur Residenzstadt der Grafen von Württemberg im Jahr 1320 erhielt die Stadt den Status einer Stadt und die Stadtrechte. Ende des 14. Jahrhunderts entstanden rund um die Leonhard-Kirche und auch in der Nähe der Stadtbefestigung neue Vorstädte. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts begann Graf Ulrich V. mit dem Bau einer neuen Vorstadt am nordöstlichen Rand der Stadt rund um die Hospitalkirche des Dominikanerklosters. Im Jahr 1457 wurde der erste Landtag der württembergischen Stände in Stuttgart und eine ähnliche Einrichtung in Leonberg gegründet. Nach den vorübergehenden Teilungen der Grafschaft Württemberg durch die Verträge von Nürtingen, Münsingen und Esslingen wurde Stuttgart 1483 erneut zur Hauptstadt der Grafschaft erklärt.

Quelle: Wiki

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Emilia Wellington

Verfasst von

Emilia Wellington

Emilia gehört zu den Gründungsmitgliedern des ScreenHaus Magazins. Sie interessiert sich für die Themen Ernährung, Reisen, Sport und neue Technologien und wird beim Black Friday regelmäßig schwach :)

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