Nordfriesland Steckbrief & Bilder

Nordfriesland Steckbrief & Bilder

Nordfriesland ist der nördlichste Teil von Friesland, der hauptsächlich in Deutschland zwischen den Flüssen Eider und Wiedau/Vidå liegt. Es umfasst eine Reihe von Inseln, z.B. Sylt, Föhr, Amrum, Nordstrand und Helgoland.

Geschichte

Alte Siedlungen

Die Geestinseln entlang der nordfriesischen Küste waren schon zu Zeiten des frühen Römischen Reiches dicht besiedelt, während die weiter landeinwärts gelegenen Marschen für eine Besiedlung nicht geeignet waren.

Nur wenige antike Marschensiedlungen wurden bei archäologischen Ausgrabungen gefunden, und zwar im heutigen Bereich von Süd-Sylt, der Wiedingharde und entlang der südlichen Halbinsel Eiderstedt.

Mit dem Beginn der Völkerwanderungszeit wurde die Zahl der Siedlungen in Nordfriesland immer geringer und viele wurden ganz aufgegeben. Ein erneuter Bevölkerungsanstieg im 8. Jahrhundert wird auf Zuwanderung zurückgeführt, aber es wird vermutet, dass das Gebiet vorher nicht völlig entvölkert war.

Mittelalterliches Nordfriesland

Die Friesen sind in zwei Wellen aus dem Süden nach Nordfriesland eingewandert. Im 8. Jahrhundert n. Chr. siedelten sie vor allem auf den Inseln Helgoland, Sylt, Föhr, Amrum und vermutlich auch in Teilen der Halbinsel Eiderstedt.

In einer zweiten Welle wurden die küstennahen Marschgebiete des Festlandes besiedelt und nach einer Reihe von Sturmfluten siedelten die Friesen auch auf der höher gelegenen Binnengeest.

Während das Marschland mit seinen Mooren entwässert werden musste, waren die höher gelegenen Geestkerne der Inseln wiederum meist unfruchtbar und mussten erst gedüngt werden, bevor sich ein richtiger Ackerbau etablieren konnte.

Während des Mittelalters blühte der Handel zwischen Nordfriesland und East Anglia, England. Vor allem Keramik wurde aus der Stadt Ipswich importiert, und es wird vermutet, dass die Beziehungen zwischen Friesen und Ostanglern mehrere Jahrhunderte lang bestanden haben müssen.

Im Jahr 1252 gelang es einem vereinigten Heer von Nordfriesen aus allen Gebieten zwischen der Halbinsel Eiderstedt und den nördlichen Inseln, ein dänisches Heer unter der Führung von König Abel zu besiegen.

Die Salzgewinnung wurde im 14. und 15. Jahrhundert zu einem bedeutenden Gewerbe, als die Nordfriesen den salzhaltigen Torf als Ressource nutzten.

Der Salzhandel fiel mit einem Anstieg der internationalen Heringsfischerei vor Helgoland zusammen. Aus dem 14. Jahrhundert sind Verträge von Bauern aus Edoms Hundred mit Hamburger Kaufleuten bzw. sogar den Grafen von Flandern erhalten.

Die friesischen Uthlande hatten früher eine eigene Gerichtsbarkeit, sie wurde erstmals in der so genannten Siebenhardenbeliebung 1424 festgelegt.

Nordfriesland als Region wurde 1424 erstmals urkundlich erwähnt, obwohl Saxo Grammaticus bereits 1180 über Frisia minor [Kleines Friesland], eine Region in Jütland, geschrieben hatte.

Moderne Zeit

Mehrere Überschwemmungen wie die Grote Mandrenke im Jahr 1362 und die Burchardi-Flut von 1634 beschädigten große Teile des nordfriesischen Küstengebiets.

Bei diesen Überschwemmungen wurden ganze Inseln zerstört und ein großer Teil der nordfriesischen Sprache sprachlich und politisch zerrissen.

Zusätzliche Not brachten eine Reihe von Kriegen, wie der Dreißigjährige Krieg, der 1627 Nordfriesland erreichte, der Zweite Nordische Krieg zwischen Schweden und Dänemark 1657-1660 und der Große Nordische Krieg von 1700-1721, in dem Tönning belagert und 1713 teilweise zerstört wurde.

Mit dem Aufkommen des Walfangs im 17. und 18. Jahrhundert entwickelten die Bewohner der Nordfriesischen Inseln bald den Ruf, sehr geschickte Seeleute zu sein, und die meisten holländischen und englischen Walfangschiffe, die nach Grönland und Spitzbergen fuhren, hatten eine Besatzung aus nordfriesischen Insulanern.

Um das Jahr 1700 hatte Föhr eine Gesamtbevölkerung von etwa 6.000 Menschen, von denen 1.600 Walfänger waren.

Auf dem Höhepunkt des holländischen Walfangs im Jahr 1762 dienten allein 1.186 Seeleute von Föhr auf holländischen Walfangschiffen und 25% aller Schiffsführer auf holländischen Walfangschiffen waren Föhrer.

Ein weiteres Beispiel ist die in London ansässige South Sea Company, deren Schiffsführer und Harpuniere ausschließlich von Föhr stammten. Im frühen 18. Jahrhundert lebten auf der Insel Sylt 20 Kapitäne, die am Grönlandwalfang teilnahmen.

Nordfriesland gehörte bis 1864 zum dänischen Herzogtum Schleswig (Südjütland), wurde aber nach dem Zweiten Schleswigschen Krieg an Preußen abgetreten.

In dieser Zeit der deutsch-dänischen Konflikte wurde eine nordfriesische Identität von Personen wie Christian Feddersen (1786-1874) propagiert, der gleichzeitig nationalistische Tendenzen anprangerte.

Ihm wird das nordfriesische Wappen zugeschrieben. Der Schild ist zwar nicht nach heraldischen Regeln gestaltet, enthält aber auf der rechten Seite einen friesischen Adler und auf der linken Seite eine goldene Krone in Blau über einem schwarzen Kessel in einem roten Feld.

Der Adler wurde als Symbol für die vom römischen Kaiser gewährte friesische Freiheit gedeutet, die Krone steht für die dänischen Könige, die das Gebiet bis Mitte des 19. Jahrhunderts regierten.

Jahrhunderts herrschten. Der Kessel oder Topf wurde als Symbol für die von Feddersen befürwortete friesische Brüderlichkeit gesehen. Auch der Wahlspruch, der in den verschiedenen Dialekten der nordfriesischen Sprache vertreten sein kann und immer „Lieber tot als Sklave“ bedeutet, wird als auf Feddersens Ansichten zurückgehend angesehen.

Nach dem Zweiten Schleswigschen Krieg, als antidänische Tendenzen aufkamen, wurde dieser Wahlspruch und auch der Adler auf eine deutsche Identität zurückgeführt und der Sylter Chronist C. P. Hansen erfand die Legende, der Topf erinnere an friesische Frauen, die im Kampf gegen die Dänen ihren Beitrag geleistet hätten.

Quelle: Wiki

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