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Gorilla Steckbrief – Arten, Aussehen, Lebensweise, Fortpflanzung

Gorilla Steckbrief – Arten, Aussehen, Lebensweise, Fortpflanzung

Der Gorilla wurde erst 1847 für die Wissenschaft entdeckt, als Missionare aus Gabun Schädel nach England schickten. Vorherige Berichte von Seefahrern bezogen sich wahrscheinlich auf diesen großen Menschenaffen, doch waren sie natürlich keine Grundlage für eine wissenschaftliche Diagnose. Die ersten lebenden Gorillas kamen erst um 1890 nach Europa. Unter Einsatz von etwa 1000 Eingeborenen hatte man drei lebende Tiere ergreifen können und zwei davon in Hagenbecks Tierpark nach Hamburg gebracht. Dort hielten sie es aber nur 2-3 Wochen aus und starben wohl an falscher Ernährung und mangelhafter Pflege.

Arten

Heute tritt der Gorilla in zwei Formen auf, die sich vorallem verhaltensökologisch als Rassen bezeichnen lassen:
Der Tieflandgorilla lebt in den weiten Waldgebieten des westlichen Mittelafrika, wo er aber keineswegs überall zu finden, sondern eher inselartig verbreitet ist. Dagegen findet sich der Berggorilla in den Hochgebirgsgebieten bis zu 3500 m zwischen Edward- und Tanganjikasee. Er wurde erst 1902 als eigene Unterart beschrieben und unterscheidet sich vor allem im Bau seines Fußes vom weiter verbreiteten Flachlandgorilla. Dieser Fuß ist kein Greif- sondern ein Gehfuß, der die Gegenüberstellung der Großzehe als Daumennicht mehr leisten kann.

Aussehen

Dieser größte aller Primaten ist auf den Hinterbeinen stehend bis zu 175 cm, wobei ja die Knie in Affenart noch eingeknickt sind. Sein gewaltiger Brustumfang beträgt bis zu 175cm, und sein Gewicht kann über 300 kg erreichen. Das dichte Haarkleid ist meist schwarz, wird allerdings bei alten Männern auf dem Rücken silbergrau und kann bei manchen Famileienmitgliedern mit bräunlichen Kopfplatten versehen sein. Die Weibchen sind mit etwa 150 kg auch bei diesem Menschenaffen kleiner und leichter als die Männer.

Gewaltige Muskelpakete lassen den Schultergürtel und den stämmigen Hals besonders kräftig erscheinen, und mit Spannweiten von 275 cm bietet der Gorilla in der Tat einen imposanten Anblick. Dieser wird noch durch einen scheinbar lauernden Geschichtsausdruck verstärkt, der unter den von starken Wülsten hervorlugenden kleinen Augen und dem riesigen Fett- und Bindegewebsbuckel auf dem Kopf älterer Männer herrührt. Dabei erweisen sich richtig erzogene und sorgsam gepflegte Gorillas als ungemein sanfte, umgängliche und liebenswerte Geschöpfe. Dass zu dieser vielfach bewiesenen Tatsache alberne Filmmärchen, wie zum Beispiel King Kong im völligen und unbegründeten Gegensatz stehen, sei betont.

Lebensweise

Gorillas durchstreifen in Horden von durchschnittlich 15-17 Individuen ihr 24 -50 km2 großes Territorium, welches sie oft mit anderen Trupps teilen, ohne dass es dabei zu ernsthaften Kämpfen kommt. Die Führer, meist ältere männliche Gorillas, blicken sich bei solchen Gruppenbegegnungen nur drohend an, und jeder Trupp geht ruhig weiter der Nahrungssuche nach. Die Nahrung besteht offenbar nur aus pflanzlichen Stoffen. Nur in Gefangenschaft wird Fleisch angenommen. Die allabendlich neu gebauten Schlafnester sind rangmäßig verschieden hoch angelegt. Der Führungsmann baut sein Nest nahe dem Erdboden in einer niedrigen Astgabel oder gar an der Basis des Baumstammes auf dem Boden. So kann er die Gruppen gegen den wichtigen Feind, den Leoparden schützen.

Fortpflanzung

Entgegen früheren Vermutungen spielt auch bei den Gorillas die Sexualität als soziales Stabilisierungssystem keine große Rolle, und kaum je wurden im Freiland Kämpfe um Weibchen beobachtet, obwohl mehrere Forscher sich monatelang als Gruppenmitglieder in Berggorillafamilienaufhalten konnten. Der Führungsmann duldet durchaus, dass in seiner Nähe ein anderer Mann sich mit einem der Weibchen seiner Gruppe sexuell vereinigt.
Die Schwangerschaft dauert 8 1/2 Monate und verläuft in Zoologischen Gärtnen wegen der beachtlichen Körpermaße der Alttiere vom Pfelger oft unbemerkt. Die Geburt erfolgt im Liegen und geht in wenigen Minuten vor sich. Wie bei den übrigend Menschenaffen durchtrennt das Weibchen die Nabelschnur, inspiziert das Junge, säubert es und drückt es an sich. Bei der Geburt wiegen Gorillababys etwa 2 kg., nehmen aber rasch an Gewicht zu und sind mit einem Jahr bereits 16 kg schwer. Mit 20 Wochen können die auf allen Vieren kriechen, und mit 26 Wochen beginnen sie allein zu laufen.
Mit 12 Jahren werden die Jungen geschlechtsreif.

Leonie Auerbach

Geschrieben von Leonie Auerbach

Leonie ist seit 2017 Mitglied des ScreenHaus Magazin Autorenteams und ist ein absoluter Tier- und Reisefreund. Wann immer ihr ein interessantes Tier oder Reiseziel über den Weg läuft, erfahrt ihr es zuerst!

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