Magot Steckbrief – Vorkommen, Magots in Deutschland, Lebensweise

Magot Steckbrief – Vorkommen, Magots in Deutschland, Lebensweise

Der Magot oder Berberaffe, auch Stummelschwanzaffe genannt, ist der einzige in Europa frei lebende Affe. Auf den Felsen von Gibraltar, dem britischen Gebiet in Süd Spaniens, gibt es zwei Horden, eine noch fast wilde auf den oberen Partien des Felsens, eine andere, im Verhalten sehr stark an die Touristen und die Stadtbewohner angepasst, auf halben Weg zwischen Gipfel und Hafen.

Vorkommen

Der Magot bevorzugt felsige Schluchten, in die er sich bei Flut rasch in Sicherheit bringen lann. Der bis 75 cm lange und im Vierfüßerstand etwa 50 cm hohe Affe ist außerordentlich klimafest. In seiner Heimat fällt die Temperatur oft bis auch -10°C. Sein weiteres Verbreitungsgebiet sind die nordwestafrikanischen Gebirge, wo man auch heute noch gelegentlich Magotherden antreffen kann.

Magots in Deutschland

Die Klimafestigkeit des Magots erlaubte sogar einmal ihren Ansiedlungsversuch in Deutschland, als 1763 Staatsminister von Schlieffen eine Herde in einem Park bei Kassel einzuführen versuchte. Bei ganzjährger Fütterung – wie auch in Gibraltar- vermehrten sich die Affen hier sogar und ihre Population erlosch nach rund 20 Jahren, als ein Tier von einem mit Tollwut infiziertem Hund gebissen wurde. Prompt kamen ihm die Hordengenossen zur Hilfe und wurden auch gebissen, also mögliche Tollwutüberträger, und die ganze Horde wurde abgeschossen. Noch heute erinnert ein Denkmal in dem Park an diese tragische Begebenheit.

Lebensweise

Die Trupps kommen früh morgens aus ihren Felsschlupfwinkeln hervor und unter Führung alter Männchen beginnen die Plünderungszüge durch Gärten und Parks, Felder und Wälder, wo die übliche Gemischtkost aus pflanzlicher und tierischer Nahrung erworben wird. Die Dreistigkeit der Magothorden war zum Beispiel in Gibraltar während des Ersten Weltkrieges, so übermächtig geworden, dass Gärten und Wohnungen in der Stadt unter dem Terror der Banden zu leiden hatten.

Fortpflanzung

Die Jungen werden meist im Juli/August geboren und tragen ein zunächst schwarzes Fell, dass sich langsam in das Rötlichbraun der Erwachsenen umfärbt. Auch die rötlichen Gesäßschwielen werden dann deutlicher und die nackten Gesichtspartien färben sich lederfarben blass.

Sozialleben

Wie bei anderen Affen dient der gegenseitigen Stimmungs- und Gefühlsübermittlung eine ausgeprägte Gesichtsmimik, bei der rasche Lippenbewegungen, Zähneklappern, Stirnrunzeln und Warn- und Zärtlichkeitslaute auftreten. Mogots werden mehr als 20 Jahre alt, und ältere Männchen entwickeln in der Zoogefangenschaft nicht selten unvorhersehbare Erregheits- und Wutzustände. Die Berberaffen gelten als problemlose Zootiere und züchten leicht.

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