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Gleithörnchen Steckbrief – Gleitvermögen, Aussehen, Lebensweise

Gleithörnchen Steckbrief – Gleitvermögen, Aussehen, Lebensweise

Die Gleithörnchen sind neben den Dornschwanzhörnchen die zweite Nagetiergruppe, die sich in gewisser Weise auch den Luftraum erschlossen hat.

Systematik

Die Unterfamilie der Gleithörnchen ist auf die Nordhalbkugel beschränkt. Es sind insgesamt 36 Arten bekannt, die 13 Gattungen zugerechnet werden.
Die größten Vertreter finden sich in den katzengroßen Riesengleithörnchen in Südostasien.

Gleitvermögen

Gleithörnchen werden oft auch als Flughörnchen bezeichent. Der Flug der Gleithörnchen ist jedoch kein aktives Fliegen, wie z.B. bei Fledermäusen, sondern ein passives Gleiten von Baum zu Baum. Immer ist das Gleiten mit einem Höhenverlust verbunden. Es ist daher treffender von einem Gleitflug und von einem Gleithörnchen zu sprechen.

Man kann sich die Entwicklung der Gleitvermögens bei den Gleithörnchen aus zunächst rein baumbewohnenden Hörnchen gut vorstellen, wenn man sich die Sprungtechnik von Baumhörnchen anschaut. Bei weiten Sprüngen strecken sie ihre Arme und Beine weit aus und steuern den Sprung geschickt mit dem Schwanz. Mit dem allmählichen Entstehen der Gleithaut konnten die Oberfläche fallschirmartig vergrößert und somit auch die Sprünge mehr und mehr verlängert werden. Aus dem reinen Springen wurde ein Sprung-Segeln.
Das Gleitvermögen gestattet den Gleithörnchen einen problemlosen Ortswechsel, sie müssen nicht wie die anderen Hörnchen ständig baumab und baumauf laufen. Vorallem aber ermöglicht der Gleitflug eine rasche und wirkungsvolle Flucht vor Feinden.

Aussehen

Die vollbehaarte Gleithaut entspringt schon am Hinterkopf, schließt die Arme ein spannt sich dann bis zu den Hinterbeinen und schließt an der Schwanzwurzel ab.
An jedem Handgelenk sind ein knorpelartiger Sporn, der die Fallschirmhaut noch unterstützt. Der buschige Schwanz bleibt gleithautfrei, er ist das Steuerruder während des Fluges.

Lebensweise

Gleithörchen sind Waldtiere. Mit ständigem Einengen ihres Lebensraumes durch den Menschen ziegen sich die meisten Gleithörnchenarten, als ausgeprägte Kulturflüchter, immer mehr zurück. Dies gilt insbesondere auch für unser „europäisches“ oder „Gewöhnliches Gleithörnchens“. In Osteuropa kommt es nur noch vereinzeln in Polen, Finnland und noch etwas häufiger und der Sowjetunion vor.

Feinde

Die natürlichen Feinde des Europäischen Gleithörnchens sind Marder und Eulen. Vor allem Waldkäuzen gelingt es immer wieder, auf ihren nächtlichen, lautlosen Flügen ein Gleithörnchen zu schlagen, bevor es sich mit einem Sprung in Sicherheit bringen kann.

Leonie Auerbach

Geschrieben von Leonie Auerbach

Leonie ist seit 2017 Mitglied des ScreenHaus Magazin Autorenteams und ist ein absoluter Tier- und Reisefreund. Wann immer ihr ein interessantes Tier oder Reiseziel über den Weg läuft, erfahrt ihr es zuerst!

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