An allen Küsten der Nord- und Ostsee, aber auch bis in den höchsten Norden Skandinaviens trifft man in ruhigeren Zonen, zwischen Tang und Steinen versteckt, einen dickköpfigen, langschwänzigen Fisch, der den seltsamen Namen Aalmutter trägt und wissenschaftlich Zoarces viviparus heißt.

Aussehen

Der gelblichbraune bis olivfarbene, bis 60 vm lange Fisch ist dunkel marmoriert, andeutungsweise senkrecht gebändert.
Die Schuppen sind sehr klein und stehen einzeln in der Haut. An den Aal erinnert der von den unpaaren Flossen gebildete, durchgehende, lange Flossensaum. Die Brustflossen sind auffallend groß und rund, ein paar winziger Bauchflossen sitzt „kehlständig“ davor. Wie viele Grundbewohnende Fische haben Aalmuttern keine Schwimmblase.
Sie erreichen eine Länge von knapp einem halben Meter, bleiben an unseren Küsten aber kleiner.

Lebensweise

Die, übrigens sehr standorttreuen, Fische sind sehr gefräßig. Sie stillen ihren Appetit vorwiegend an kleinen wirbellosen Tieren: Krebsen, Würmern, Schnecken und Muscheln. Die eigentliche Besonderheit der Aalmuttern ist ihre Art der Fortpflanzung.

Fortpflanzung

Die Elterntiere paaren sich im Spätsommer oder Herbst. Das Weibchen legt dann keine Eier ab, sondern die Embryonen entwickeln sich in Eierstock der Mutter, wo sie, versorgt mit einer Nährflüssigkeit, innerhalb von 4-5 Monaten zu streichholzlangen Jungfischen heranwachsen. Im Dezember oder Januar kommen so also keineswegs unfertige Larven zur Welt, sondern perfekte kleine Aalmuttern, die den Eltern schon sehr ähnlich sehen und von Anfang an auch ähnlich wie die Eltern leben.
Geschlechtsreif werden die Fische mit zwei Jahren. Die jungen, 20-25 cm messenden Weibchen bringen zuerst an die zwei Dutzend Junge zur Welt.
Ein sechsjähriges trächtiges Tier von 39 cm Länge enthielt 175 geburtsreife Jungfische. Die Art der Fortpflanzung erklärt auch den Namen Aalmutter. Seit Urzeiten schon rätselten die Menchen daran herum, wie die Flussaale, bei denen niemals Rogen zu finden war, sich wohl vermehrten.

Verwandtschaft

Die näheren Verwandten unserer Aalmutter bevorzugen alle kältere Wasserzonen. Sie sind weit nördlich, nahezu antarktisch oder in großer Tiefe lebende Fische. Man hat unter ihnen noch keine weitere lebendgebärende Art nachgewiesen.

Klicke hier, um den Artikel als PDF herunterzuladen, bequem auszudrucken und für Referate, Hausaufgaben, Steckbriefe oder andere Arbeiten zu nutzen.

Verfasst von

Leonie Auerbach

Leonie ist seit 2017 Mitglied des ScreenHaus Magazin Autorenteams und ist ein absoluter Tier- und Reisefreund. Wann immer ihr ein interessantes Tier oder Reiseziel über den Weg läuft, erfahrt ihr es in ihren Steckbriefen zuerst!