Zahnkarpfen Steckbrief – Systematik, Hochlandkärpfline, Glaskärpflinge

Zahnkarpfen Steckbrief – Systematik, Hochlandkärpfline, Glaskärpflinge

Die Zahnkarpfen bilden eine außerordentlich formenreiche Unterordnung kleinerer hecht- bis karpfenähnlicher Süßwasserfische. Die Karpfenfischähnlichkeit vieler Formen spiegelt sich im Namen wieder, andererseits deutet der Hinweis auf die Bezahnung den wesentlichen Unterschied zu den Karpfenähnlichen an, die ja keine echten Zähne besitzen.

Zahnkarpfen sind also mit Karpfenartigen nicht verwandt, sie werden zu den Ährenfischartigen gerechnet.

Vorkommen

Zahnkarpfen besiedeln die warmen Regionen aller Koninente, Australien ausgenommen. Auch in den gemäßigten Zonen kommen einige Arten vor. Die weitaus meisten Formen sind reine Süßwasserbewohner, wir kennen aber auch nicht wenige Brackwasserarten und Küstenbewohner.

Bei vielen häufig sehr prächtig gefärbten Zahnkarpfen tritt ein ausgeprägter Geschlechtsdimorphismus auf. Kleinere farbige Männchen und größere, farblich meist unscheinbare Weibchen.

Systematik

Die systematische Unterteilung dieser so vielgestaltige Unterordnung ist noch umstritten. Wir schließen uns der Auffassung an, in 6 Familien zu unterteilen.

Die beiden formenreichsten und aquaristisch sehr bedeutsamen Familien der Eierlegenden Zahnkarpfen und der Lebendgebärenden Zahnkarpfen werden in eigenen Artikeln behandelt.

Hochlandkärpflinge (Goodeidae)

Die Hochlandkärpflinge sind in ihrer Verbreitung auf die Hochländer Mexikos und Mittelamerikas beschränkt. Ähnlich wie den Lebendgebärenden Zahnkarpfen kommt es auch bei diesen Formen zu einer inneren Befruchtung. Das Begattungsorgan (Gonopodium) des Männchens ist jedoch einfacher gebaut.

Auch gibt es hier keine Vorratsbefruchtung wie bei den Lebendgebärenden, das heißt jeder Wurf muss neu befruchtet werden. Da die Eier sehr dotterarm sind, werden sie nach der Befruchtung über Keimanhänge von der Eierstockwanderung her mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt.
Die rund 20 Arten bewohnen steinige Bäche und Seen mit wenig oder keinem Pflanzenwuchs, die im Hochsommer fast ausgetrocknen.

Die bekannteste Art dieser nur wenig in Aquarien gepflegten Tiere ist der Zweilinienkärpfling, dessen Männchen 3,5 cm und dessen Weibchen 5 cm erreichen.

Glaskärpflinge

Diese Familie wird nur durch eine Art vertreten, den Indischen Glaskärpfling, der erst 1940 in salzhaltigen Gewässern Indiens entdeckt wurde. Das Männchen dieser kleinen, fast durchsichtigen Art trägt ein besonders kompliziert gebautes Begattungsorgan. Die Biologie des Glaskärpflings ist bisher noch weitgehend unbekannt.

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