Büsum Steckbrief & Bilder

Büsum ist ein Fischer- und Fremdenverkehrsort im Kreis Dithmarschen, in Schleswig-Holstein, Deutschland. Sie liegt an der Nordseeküste, ca. 18 km südwestlich von Heide.
Büsum ist auch Verwaltungssitz des Amtes (Samtgemeinde) Büsum-Wesselburen.

Geschichte und Geographie

Die erste urkundliche Erwähnung von Büsum (als Insel) stammt aus dem Jahr 1140. Der Name der Insel auf mittelalterlichen Dokumenten änderte sich mehrmals vom ursprünglichen Bivsne (1140) zu Busin (1208), Busen (1281) und Buzen (1447).

Die mittelalterliche Geschichte Büsums ist durch die Chronik des Neocorus (Johannes Adolph Köster), eines Pastors und Lehrers in Büsum im 16. Jahrhundert, belegt.

Geografische Geschichte

Im Mittelalter war Büsum eine Insel mit drei Dörfern, Süderdorp, Middeldorp und Norddorp. Verheerende Fluten in den Jahren 1362 (Grote Mandrenke), 1436 und 1570 (Allerheiligenflut) überschwemmten den größten Teil der Insel und zerstörten die beiden Siedlungen Süderdorp und Middeldorp.

Das ehemalige Norddorp mit der St. Clemens-Kirche bildet heute den alten Kern der Stadt Büsum.
Im Jahr 1585 wurde die Insel durch den Bau eines Damms mit dem Festland verbunden.

Nachfolgende Ablagerungen von Sedimenten durch das Meer schufen neues Land, das durch Deiche weiter gesichert wurde.

Stürmische Überschwemmungen forderten weiterhin ihren Tribut, wie in der St. Clemens-Kirche mit einer Tafel zur Erinnerung an die Burchardiflut von 1634 dokumentiert, bei der 168 Menschen starben und 102 Häuser in Büsum zerstört wurden.

Bei der verheerenden Weihnachtsflut von 1717 versank das Dorf Werven bei Büsum vollständig. Das letzte große Hochwasser fand im Februar 1825 statt. Seitdem können die verbesserten Deiche die Stadt vor Sturmfluten schützen.

Politische Geschichte

Die Insel Büsum war ursprünglich dem Bistum Hamburg und Bremen unterstellt, bevor Dithmarschen eine konföderierte Bauernrepublik wurde.

Von 1559 bis 1867 war Büsum (und Dithmarschen) dänisches Territorium und wurde anschließend Teil Preußens. Nach dem Zweiten Weltkrieg war Büsum bis 1955 Teil der britischen Zone.

Mittelalterliche Bündnisse und Seeräuberei

Im Mittelalter wurde Büsum häufig von Kaufleuten der Hanse besucht. Die Hanse war der Hauptverbündete Dithmarschens, doch die Bauernrepublik wurde selbst nie Teil der Hanse.

Die Bewohner der vergleichsweise armen Insel Büsum griffen oft zur Seeräuberei, um ihr Leben zu verbessern, was immer wieder zu Konflikten führte.

Im Jahr 1420 segelten Rackler Kersten und seine Männer aus Büsum in den Hamburger Hafen, um hanseatische Handelsschiffe zu versenken und zu plündern.

Als Vergeltung plünderten und brannten die Hamburger die Inselkirche in Middeldorp nieder. Die neue Kirche wurde in Norddorp gebaut und mit einigen Gegenständen ausgestattet, die der Pirat Cord Widderich von der Insel Pellworm geplündert hatte.

Bombardierung im 2. Weltkrieg

Während des Zweiten Weltkriegs wurden die Werft und der Hafen in Büsum von der Kriegsmarine genutzt und waren somit ein Ziel für einen Luftangriff.

Büsum wurde am 4. Mai 1945, dem Tag der Kapitulation der deutschen Truppen in Norddeutschland und damit dem letzten Kriegstag in der Region, bombardiert. Neun Menschen verloren ihr Leben, 19 wurden verletzt, fünf Häuser wurden komplett zerstört.

Wirtschaft

Fischen

Neocorus berichtet, dass die Haupterwerbsquellen der Büsumer zu seiner Zeit der Fischfang und die Landwirtschaft waren.

Büsum als Fischerstadt ist vor allem für seine Spezialität Büsumer Krabben (Nordseekrabben, Crangon crangon) bekannt, die für den Verkauf verarbeitet und in Dosen abgefüllt werden.

Die ersten Aufzeichnungen über den Krabbenfang in Büsum stammen aus dem Jahr 1624. Zu dieser Zeit wurde der Krabbenfang hauptsächlich von Frauen mit Netzen in den Gezeitenrinnen des Wattenmeeres betrieben.

Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Fischfang auf hoher See populär und brachte den Bedarf an seegängigen Fischerbooten mit sich. Vor dem Zweiten Weltkrieg zählte die Büsumer Fischereiflotte 132 Schiffe.

Seitdem hat sich die Zahl der Fischereifahrzeuge kontinuierlich verringert. Im Jahr 1998 bestand die Büsumer Fischereiflotte aus 35 Fischereibooten, wobei der Hafen zusätzlich 20 Fischereifahrzeuge, hauptsächlich aus den Niederlanden, beherbergte.

Schiffbau

Büsum hatte eine aktive Werft, die 1902 als Reparaturbetrieb für Fischerboote begann und im Laufe der Jahrzehnte zum Bau immer größerer Schiffe ausgebaut wurde.

Während des Zweiten Weltkriegs stellte die Büsumer Werft U-Boot-Teile her. Sie wurde schließlich 1986 geschlossen, weil die Konkurrenz aus Übersee sie unrentabel machte.

Tourismus

Seit 1818 ist Büsum ein Kurort, der wegen der heilenden Wirkung des Meerwassers und des Wattenmeeres besucht wird. Den offiziellen Status als Nordseebad erhielt es 1837.

Um Kurgäste zu beherbergen, wurde Büsum 1883 mit der Heide-Büsum-Bahn an das Eisenbahnnetz angeschlossen.
In der Zeit des Nationalsozialismus war Büsum ein Ziel für „Kraft durch Freude“-Touristen, ein Erholungsprogramm der NSDAP.

1949 wurde Büsum offiziell zum Nordseeheilbad ernannt. Heute ist Büsum ein beliebter Sommerurlaubsort für Familien und Tagesausflügler aus Hamburg. Im Jahr 2002 beherbergte Büsum 658.723 Übernachtungen von 83.295 Gästen.

Nahezu alle (99,5 %) der Büsumer Touristen sind Deutsche.
Eines der Wahrzeichen der Stadt ist der Büsumer Leuchtturm. 1912/13 aus 55 Tonnen Gusseisenplatten erbaut, war er ursprünglich schwarz gestrichen, bis er 1952 sein charakteristisches rot-weißes Tageszeichen erhielt.

Seit 1976 ist er automatisch in Betrieb und wird vom Wasser- und Schifffahrtsamt Tönning betreut.

Vom Büsumer Hafen aus können Touristen Fahrten zur See unternehmen, sei es zum Vergnügen oder zum Angeln, als Naturausflüge entlang des Nationalparks Wattenmeer oder zur Insel Helgoland.

Quelle: Wiki

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