Brandenburger Tor Steckbrief & Bilder

Das Brandenburger Tor ist ein neoklassizistisches Denkmal in Berlin aus dem 18. Jahrhundert, das im Auftrag des preußischen Königs Friedrich Wilhelm II. nach der vorübergehenden Wiederherstellung der Ordnung während der Batavischen Revolution errichtet wurde. Es ist eines der bekanntesten Wahrzeichen Deutschlands und wurde an der Stelle eines ehemaligen Stadttores errichtet, das den Beginn des Weges von Berlin in die Stadt Brandenburg an der Havel markierte, die einst Hauptstadt der Markgrafschaft Brandenburg war.
Es befindet sich im westlichen Teil des Stadtzentrums von Berlin innerhalb von Mitte, an der Kreuzung Unter den Linden und Ebertstraße, unmittelbar westlich des Pariser Platzes. Einen Block weiter nördlich steht das Reichstagsgebäude, in dem der Deutsche Bundestag untergebracht ist. Das Tor ist der monumentale Eingang zu Unter den Linden, einer Lindenallee, die direkt zum königlichen Stadtschloss der preußischen Monarchen führte.
Während seines gesamten Bestehens war das Brandenburger Tor oft Schauplatz großer historischer Ereignisse und gilt heute nicht nur als Symbol für die wechselvolle Geschichte Europas und Deutschlands, sondern auch für die europäische Einheit und den Frieden.

Geschichte

Design und Konstruktion

In der Zeit Friedrich Wilhelms (1688), kurz nach dem Dreißigjährigen Krieg und ein Jahrhundert vor dem Bau des Tors, war Berlin eine kleine ummauerte Stadt innerhalb einer Sternfestung mit mehreren benannten Toren: Spandauer Tor, St. Georgen Tor, Stralower Tor, Cöpenicker Tor, Neues Tor und Leipziger Tor (siehe Karte). Relativer Frieden, eine Politik der religiösen Toleranz und der Status als Hauptstadt des Königreichs Preußen begünstigten das Wachstum der Stadt.

Das Brandenburger Tor war nicht Teil der alten Berliner Festung, sondern eines von achtzehn Toren innerhalb der Berliner Zollmauer (deutsch: Akzisemauer), die in den 1730er Jahren errichtet wurde, einschließlich der alten befestigten Stadt und vieler ihrer damaligen Vorstädte.
Das neue Tor wurde von Friedrich Wilhelm II. von Preußen in Auftrag gegeben, um den Frieden zu repräsentieren, und trug ursprünglich den Namen Friedenstor. Es wurde von Carl Gotthard Langhans, dem Hofbaudirektor, entworfen und zwischen 1788 und 1791 errichtet. Es ersetzte die früheren einfachen Wachhäuschen, die das ursprüngliche Tor in der Zollmauer flankierten. Das Tor besteht aus zwölf dorischen Säulen, sechs auf jeder Seite, die fünf Durchgänge bilden. Ursprünglich durften die Bürger nur die beiden äußersten auf jeder Seite benutzen. Sein Entwurf basiert auf den Propyläen, dem Tor zur Akropolis in Athen, Griechenland, und steht im Einklang mit Berlins Geschichte des architektonischen Klassizismus (zuerst Barock, dann neopalladianisch). Das Tor war das erste Element eines „neuen Athen an der Spree“ des Architekten Langhans. Oben auf dem Tor steht eine Quadriga, ein von vier Pferden gezogener Streitwagen, der von der römischen Siegesgöttin Victoria gefahren wird und von Johann Gottfried Schadow modelliert wurde.

19. und frühes 20. Jahrhundert

Das Brandenburger Tor hat in der deutschen Geschichte unterschiedliche politische Rollen gespielt. Nach der preußischen Niederlage 1806 in der Schlacht bei Jena-Auerstedt nutzte Napoleon als erster das Brandenburger Tor für einen Triumphzug und brachte seine Quadriga nach Paris. 1814, nach der Niederlage Napoleons und der preußischen Besetzung von Paris durch General Ernst von Pfuel, wurde die Quadriga wieder in Berlin aufgestellt. Sie wurde nun von Karl Friedrich Schinkel für die neue Rolle des Brandenburger Tores als preußischer Triumphbogen umgestaltet. Die Göttin, nun definitiv Victoria, wurde mit dem preußischen Adler und dem Eisernen Kreuz auf ihrer Lanze mit einem Kranz aus Eichenblättern ausgestattet.

Die Quadriga ist nach Osten ausgerichtet, wie bei ihrer ursprünglichen Aufstellung im Jahre 1793. Von 1814 bis 1919 durften nur die königliche Familie sowie Mitglieder der Familie Pfuel durch den Mittelbogen gehen. Der Kaiser erwies der Familie diese Ehre aus Dankbarkeit gegenüber Ernst von Pfuel, der die Rückkehr der Quadriga an die Spitze des Tores beaufsichtigt hatte. Darüber hinaus wurde der Mitteltorbogen auch von den Kutschen der Botschafter benutzt, wenn sie dem Rat einmal ihre Beglaubigungsschreiben überreichten.

Als die Nazis an die Macht kamen, benutzten sie das Tor als Parteisymbol. Das Tor überlebte den Zweiten Weltkrieg und gehörte zu den beschädigten Bauwerken, die 1945 noch in den Ruinen am Pariser Platz standen (ein weiteres war die Akademie der bildenden Künste). Das Tor war stark beschädigt, mit Löchern in den Säulen, die von Kugeln und nahegelegenen Explosionen stammen. Von der ursprünglichen Quadriga blieb ein Pferdekopf erhalten, der heute in der Sammlung des Märkischen Museums aufbewahrt wird.

Kalter Krieg

Nach der Kapitulation Deutschlands und dem Ende des Krieges haben die Regierungen von Ost- und West-Berlin es in einer gemeinsamen Anstrengung wiederhergestellt. Die Löcher wurden geflickt, waren aber viele Jahre lang sichtbar. Das Tor befand sich in der sowjetischen Besatzungszone, direkt an der Grenze zur britischen Besatzungszone, die später zur Grenze zwischen Ost- und West-Berlin wurde.
Fahrzeuge und Fußgänger konnten bis zum Tag nach Baubeginn der Berliner Mauer am Stacheldrahtsonntag, dem 13. August 1961, frei durch das Tor fahren. West-Berliner versammelten sich auf der Westseite des Tores, um gegen die Berliner Mauer zu demonstrieren, darunter auch der West-Berliner Bürgermeister Willy Brandt, der am selben Tag von einer Bundestagswahlkampftournee in Westdeutschland zurückgekehrt war. Die Mauer verlief direkt an der Westseite des Tores vorbei, das während der gesamten Zeit der Berliner Mauer, die am 22. Dezember 1989 endete, geschlossen war.

Post-1989

Als die Revolutionen von 1989 stattfanden und die Mauer abgerissen wurde, symbolisierte das Tor die Freiheit und den Wunsch, die Stadt Berlin zu vereinen. Tausende von Menschen versammelten sich an der Mauer, um ihren Fall am 9. November 1989 zu feiern. Am 22. Dezember 1989 wurde der Grenzübergang Brandenburger Tor wieder geöffnet, als der westdeutsche Bundeskanzler Helmut Kohl durch die Mauer ging, um vom ostdeutschen Ministerpräsidenten Hans Modrow begrüßt zu werden. Im folgenden Jahr wurde der Rest der Mauer, die das Gebiet umgab, abgerissen.
Im Laufe des Jahres 1990 wurde die Quadriga nach dem Fall der Mauer im November 1989 im Rahmen von Renovierungsarbeiten der ostdeutschen Behörden aus dem Tor entfernt. Im Oktober 1990 wurde Deutschland offiziell wiedervereinigt.
Das Brandenburger Tor wurde am 21. Dezember 2000 mit einem Kostenaufwand von sechs Millionen Euro privat saniert. Am 3. Oktober 2002 wurde es nach einer umfangreichen Sanierung zum 12. Jahrestag der deutschen Wiedervereinigung wieder geöffnet.
Das Brandenburger Tor wurde am Abend des 9. November 2009 zum Hauptschauplatz der Feierlichkeiten zum 20. Jahrestag des Falls der Berliner Mauer oder zum „Fest der Freiheit“. Höhepunkt der Feierlichkeiten waren über 1000 farbenfroh gestaltete Dominosteine aus Schaumstoff mit einer Höhe von jeweils über 2,5 Metern, die entlang des Verlaufs der ehemaligen Mauer durch die Innenstadt aufgereiht wurden. Das Brandenburger Tor ist nun wieder für den Autoverkehr gesperrt, und ein großer Teil des Pariser Platzes wurde in eine gepflasterte Fußgängerzone verwandelt. Das Tor, zusammen mit der breiten Straße des 17. Mai, ist nun wieder für den Autoverkehr gesperrt. Juni im Westen ist auch einer der großen öffentlichen Plätze in Berlin, an dem über eine Million Menschen zusammenkommen, um gemeinsam Bühnenshows oder Feste zu feiern, große Sportveranstaltungen auf Großleinwänden zu verfolgen oder am Silvesterabend um Mitternacht ein Feuerwerk zu sehen. Nach dem Gewinn der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2014 veranstaltete die deutsche Fussballnationalmannschaft ihre Siegesrallye vor dem Tor.
Es war auch Gastgeber von Straßenveranstaltungen bei den IAAF Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2009 und wird seine
wiederholen.
Rolle bei den Leichtathletik-Europameisterschaften 2018. Es ist auch die übliche Ziellinie des Berlin-Marathons.

Quelle: Wiki

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Emilia Wellington

Verfasst von

Emilia Wellington

Emilia gehört zu den Gründungsmitgliedern des ScreenHaus Magazins. Sie interessiert sich für die Themen Ernährung, Reisen, Sport und neue Technologien und wird beim Black Friday regelmäßig schwach :)

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