Mungo Steckbrief – Aussehen, Lebensweise, Schlangenkämpfe

Der Indische Mungo zählt in die Familie der Schleichkatzen und in die Ordnung der Raubtiere. Die Mangusten, Mungos oder Ichneumons sind mit 10 Gattungen und etwa 30 Arten, die sich in etwa 170 Unterarten aufspalten, in Afrika, Südeuropa und Südostasien verbreitet.

Aussehen

Der Indische Mungo weist eine Körperlänge von 45-50 cm und eine Schwanzlänge von 38-41 cm auf. Sein Fell ist lang, rauh und grau mit einem silbergrauen Überflug. Kopf und Beine sind dunkel. An den nacktsohligen Füßen sitzen jeweils fünf kräftig bekrallte Zehen, deren Krallen nicht rückziehbar sind. Wie alle Mangusten besitzt der Mungo keine Dammdrüsen. Sein After endet in einer Aftertasche, die auch Analbeutel münden.

Lebensweise

Seine außerordentliche Bekanntheit verdankt der Mungo, wie auch der ihm sehr ähnliche afrikanische Ichneumon, seinen geschickten Kämpfen mit Schlangen, als deren Vertilger er geschätzt und weswegen er leider auch in fremde Lebensräume ausgesetzt wurde. So rottete er auf den Antilleninseln viele einheimische Tierarten aus, die auf ihn als Feind nicht eingestellt waren.
Mungos bevorzugen als Aufenthaltsort lichte Wälder, Busch- oder Grassteppen sowie trockene und sandige Geröllflächen. Sie meiden dichte Urwälder. Sie leben einzeln, aber auch oft in größeren Familienverbänden.
Als Tagtiere verbringen sie die Nächte in Erdhöhlen, die sie zum Teil auch selbst graben. Hier bringen die Weibchen zu allen Jahreszeiten nach 8-9 Wochen Tragzeit 2-4 Junge zur Welt.

Mungos sind außerordentlich gewandte Bodentiere, die aber auch recht geschickt klettern können. Sie bewegen sich sehr flink und reaktionsschnell. Nicht zuletzt ist dies Voraussetzung für ihre erfolgreichen Kämpfe mit Giftschlangen. Mungos ernähren sich aber keineswegs ausschließlich von diesen Reptilien, sondern nehmen allerlei tierische Nahrung zu sich, von den unterschiedlichsten Insekten über Würmer und Schnecken bis zu Vögeln und deren Eiern sowie Säugetiere bis Hasengröße.

Schlangenkämpfe

In vielen Erzählungen wird der „heldenhafte Mut“ des Mungos im Kampf mit Giftschlangen geschildert und gleichzeitig seine Unempfindlichkeit gegen Schlangengift gerühmt. Wie man bei manchen Schilderungen paart sich auch hier die Wahrheit mit phantasievoller Übertreibung.
Der Mungo ist seinem Verhaltensrepertior hervorragend auf die Art des Angriffs von Schlangen eingestellt, sodass für ihn in diesen Kämpfen nur wenig Risiko enthalten ist. Hinzu kommt seine sehr schnell Reaktionsfähigkeit, die der eines Reptils überlegen ist.
Im Kampf mit einer Kobra begibt sich der Mungo mehrfach in den Schlagbereich der Schlange und ermüdet diese derartig, sodass er schließlich seinen tödlichen Biss anbringen kann. Dazu muss man wissen, dass sich die Kobra mit dem vorderen teil ihres Körpers aufrichtet, alle Bewegungen ihres Gegners verfolgt und schließlich die aufgerichtete Körperpartie in der ganzen Länge auf den Boden in Richtung des Gegners schlägt, um den tödlichen Biss anzubringen.

Wird der Mungo doch einmal gebissen, so hält meistens sein dichter Pelz den Aufprall der Zähne auf, sodass das Gift in den meisten Fällen nicht in seinen Körper gelangt. Zusätzlich ist die Giftresistenz beim Mungo sechsmal höher, als beispielsweise bei einem Kaninchen.

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Leonie Auerbach

Verfasst von

Leonie Auerbach

Leonie ist seit 2017 Mitglied des ScreenHaus Magazin Autorenteams und ist ein absoluter Tier- und Reisefreund. Wann immer ihr ein interessantes Tier oder Reiseziel über den Weg läuft, erfahrt ihr es zuerst!

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