Wegwespen Steckbrief – Aussehen, Fortpflanzung

Die Wegwespen sind mittelgroße bis große Tiere mit langen, kräftigen Beinen. Die einheimischen Arten zeigen häufig eine braunrote Hinterleibzeichnung oder helle Flecken. Man findet sie vorwiegend in Sandgegenden, wo sie häufig mit zitternden Flügeln über den Boden laufen und nur kurz auffliegen. Besonders die Männchen besuchen gern Doldenblüten. Von den insgesamt etwa 3000 auf der Welt vorkommenden Arten sind in Mitteleuropa rund 100 vertreten.

Fortpflanzung

Der Nestbau dieser Tiere ist meist recht einfach. Die Bruthöhle ist im Allgemeinen einkammerig und liegt als Stollen im Sandboden. Lediglich die vielen Arten umfassende Gattung Pseudagenia mauert kleine, tonnenförmige Zellen, die bei dem einzigen deutschen Vertreter zu 5 bis 7 aneinandergereiht sind. Man kann sie unter Steinen oder in Mauerritzen finden. Diese Tönnchen werden mit einer von der weiblichen Wespe durch einen Stich gelähmten Spinne versehen, an die das Ei abgelegt wird. Zuvor hat die Wespe der Spinne die Beine abgebissen.
Die Versorgung der Brutzellen mit gelähmten Spinnen ist für die Wegwespen charakteristisch. Sie werden deshalb auch als Spinnentöter bezeichnet. Die Beutetiere werden immer zu Fuß transportiert, anders als zum Beispiel bei den Sandwespen, die dies im Flug tun.
In einigen Fällen werden keine eigenen Brutzellen gebaut, sondern, wie zum Beispiel von einigen australischen Arten, die Spinnen in ihren eigenen Höhlen paralysiert und das Ei dort an ihnen abgelegt.

Arten

In Europa ist die größte Art die Eidechsenwegwespe, eine schwarz-gelb gezeichnete Art, deren Weibchen 16 bis 21 mm und deren Männchen 13 bis 17 mm Körperlänge erreichen. Sie kam früher auch in Mitteleuropa vor, findet sich heute aber nur noch in Süd- und Osteuropa. Diese Art trägt große Spinnen ein, die nach der Paralysierung noch bis zu 70 Tage leben sollen. Wie der erste Beschreiber dieser Art berichtete, sollen sie sogar kleine Eidechsen töten. Dies ist allerdings eine Angabe, die nie bestätigt werden konnte.

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