Skorpione Steckbrief – Lebensweise, Fortpflanzung, Gift

Skorpione Steckbrief – Lebensweise, Fortpflanzung, Gift

Die in den Tropen und Subtropen verbreiteten Skorpione sind eine besonders urtümliche Gruppe von Spinnentieren bzw. Cheliceraten.

Lebensweise

Sie scheuen Licht, leben nachtaktiv und verkriechen sich tags unter Steinen oder Rinden und legen zum Teil auch Erdbauten an, indem sie Erde mit den vorderen Beinpaaren wegscharren. So können sie Hitze und Trockenheit überdauern, wobei die Atmung auf das Nötigste herabgesetzt und durch Verschluss der Stigmen (Atmungssysteme) der Wasserverlust reduziert wird.
Nahcts laufen die Skorpione mit ausgestreckten Kieferfühlern auf der Suche nach Beute umher. Die Pedipalpen tragen am Ende eine Schere. Auf ihr sitzen empfindliche Sinnesorgane, die Becherhaare. Geringe Luftbewegung werden über diese Haare registriert und können den Skorpion über Bewegungen von Beutetieren informieren. Die Beute wird mit den Pedipalpen ergriffen und den Kieferklauen zugeführt. Nur Beutetiere, die sich heftig wehren, werden mit dem über dem Rücken geführten Giftstachel in eine Gelenkhaut gestochen. Die Cheliceren schneiden mit ihren kleinen Scheren abwechselnd in die Beute hinein. Wie bei den übrigen Spinnentieren findet die Verdauung schon im Mundvorraum statt.

Fortpflanzung

Die Begattung der Skorpione wurde ausführlich an der südeuropäischen Gattung Euscorpius untersucht. Sie ist mit einem Vorspiel verbunden, bei dem das Männchen mit seinen Scheren die Pedipalpen des Weibchens ergreift. Das Männchen geht dann rückwärts und zieht das Weibchen mit sich. Schließlich nähert es sich dem Weibchen, schiebt seinen Vorderkörper darüber und betrillert mit den Vorderbeinen die weibliche Geschlechtsregion und die mit Sinnesorganen besetzten Kammbildungen an der Bauchseite des Weibchens. Unter Anpressen des Körpers an den Boden setzt das Männchen dann ein gestieltes Samenpaket ab. Indem es rückwärts kriecht, zieht es das Weibchen über die Spermatophore mit den Sinneskämmen und bewegt sich ruckartig rückwärts, sobald der Spermatophorenkopf in die Geschlechtsöffnung ragt.
Während die Familie der Scorpioniden lebendgebärend ist, werden bei den übrigen Familien der Skorpione schlüpfreife Eier abgelegt. Sogleich nach der Eiablage platzen die Eihüllen auf und die jungen Skorpione erklettern den Rücken der Mutter.

Gift

Die Gefährlichkeit von Skorpionen wird meist übertrieben, denn die Tiere sind äußerst scheu. Der Mensch kann gestochen werden, wenn er unwissentlich einen Skorpion bedrängt, der sich in Kleidern, Schuhen oder auf dem Bettlager verkrochen hat. Die Stiche sind manchmal äußerst schmerzhaft, so zum Beispiel bei dem Gelbbraunen Buthus occitanus im westlichen Mittelmeerraum. Der Stich der in Südeuropa wesentlich häufigeren, braunen Euscorpius-Arten ist ganz harmlos. Gefürchtet sind der 10 cm lange Dickschwanzskorpion aus den Wüstengebieten Nordafrikas und Leiurus quinquestriatus, der von Westafrika bis in den Mittleren Osten verbreitet ist. Nach Untersuchungen sind 2 % der Stiche des Dickschwanzskorpions tötlich. Besonders Kinder sind gefährdet.

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