Rhesusaffen Steckbrief – Aussehen, Versuchstiere & Rhesusfaktor

Rhesusaffen Steckbrief – Aussehen, Versuchstiere & Rhesusfaktor

Der neben dem Schimpansen auch dem Laien bekannteste Affe ist fraglos der Rhesus oder Bunder. Er war jahrhundertelang der Affe schlecht hin, der beim fahrenden Schausteller seine Kunststückchen vollführte, im Wanderzirkus auf den Voltigierpferden ritt und auf den bildlichen Darstellungen der borkolonialen Zeit die Affen repräsentierte.

Aussehen

Das Fell der Rhesusaffen ist meist gelblichbraun gefärbt, wobei die Bauchseite, wie bei den meisten Säugetieren, etwas aufgehellt ist. Das nackte, meist fleischfarbene oder allenfalls gelbliche Gesicht wirkt wegen der etwas vorspringenden Mundpartie leicht hundeartig und deutet auf die ziemlich niedrige Stellung der Rhesusaffen im Primatenstammbaum hin: in ihrem Körperbau scheint die Tieraffenverwandtschaft noch sichtbar durch. Das zeigt sich besonders deutlich bei den erwachsenen Rhesusmännchen, die mit steigendem Alter immer mehr an Paviane erinnern, wozu ihre dann gewaltigen Eckzähne und breiten Schultern kräftig beitragen. Solche Erwachsenen Männchen erreichen sitzend eine Schulterhöhe von gut 60 cm und wiegen bis zu 10 kg. Die Weibchen bleiben wegen ihrer zierlicheren Statur stets kleiner (bis zu 45 cm Schulterhöhe) und leichter (bis zu 6 kg) als die Männchen.

Lebensweise

Im Freiland leben Rhesus besonders häufig im offenen Gebüsch, in Parkanlagen von Tempeln oder Städten, und im Dschungel trifft man sie allenfalls am Waldrand und auf Lichtungen an. Einige Rhesus-Sippen haben sich auch in felsigem Gelände angesiedelt. Ihre Nahrung besteht aus Früchten, Knospen, Pflanzentrieben, gemischt mit tierischer Kost, wie Insekten, Frösche, Kleinsäuger, suchen sie gern auf dem Boden und bei Gefahr flüchten die Angehörigen eines Trupps meist nicht über die Äste, sondern etwa auf den Bäumen äsende Tiere lassen sich unter lautem Signalrufen zu Boden fallen und die ganze Horde prescht zu ebener Erde davon.

Versuchstier und Rhesusfaktor

Der Rhesus hat dem Menschen als Versuchstier unterschätzbare Dienste geleistet, und noch heute kommt kaum ein Medikament in den lizenzierten Handel, das nicht am Rhesus erprobt worden ist. Die Mißstände beim Fang, beim Schiffs- oder Lufttransport und in der Versuchsstation haben bis in die jüngste Vergangenheit Unwillen und Abscheu in der tierkennenden und -liebenden Öffentlichkeit erregt. Allzuoft wurden die Transporte aus Profitgier mit zu großen Tierzahlen besetzt, und oft verendeten zahlreiche Rhesusaffen schon auf dem Zwischenlandeplatz.
Auch der oft genannte Rhesusfaktor verdankt ja seinem Namen und seine wissenschaftlich-praktische Bedeutung dem hier behandelten Affen. Es handelt sich um eine erbliche Eigenschaft der roten Blutkörperchen, die im zugehörigen Blutserum die Bildung einer bestimmten, in ihm gelösten Eiweißfraktion bewirkt. Diese Eiweißsorte ist bei etwa 85% der Menschen auch vorhanden und seit 1940 als Rhesusfaktorbekannt. Bei den rhesusnegativen Menschen fehlt dieser Eiweißfaktor und bei der Schwangerschaft einer solchen Frau durch einen rhesuspositiven Mann wird das Baby sehr häufig bereits vor der Geburt geschädigt, da es wie der Vater im dominanten Erbgang rhesuspositiv ist, die Mutter aber Antikörper gegen diesen „unpassenden“ Faktor bildet und so den Embryo unter Umständen tötlich schädigen kann.

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