Alter Hof München Steckbrief & Bilder

Der Alte Hof im Zentrum Münchens ist die ehemalige Kaiserresidenz Ludwigs IV., des Heiligen Römischen Kaisers und besteht aus fünf Flügeln: Burgstock, Zwingerstock, Lorenzistock, Pfisterstock und Brunnenstock.

Wie der größte Teil der Altstadt wurde er nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut. Hitler hat ihn einmal bemalt.

Geschichte

Archäologische Ausgrabungen haben ergeben, dass hier bereits im 12. Jahrhundert eine Burg existierte. Nach der ersten Teilung Bayerns im Jahr 1255 wurde der Alte Hof zur Residenz des Bayernherzogs Ludwig II. im damals noch sehr nordöstlichen Teil der Stadt.

Unter seinem Sohn Ludwig IV., dem Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, war die Burg die erste ständige Kaiserresidenz im Heiligen Römischen Reich. Die St. Lorenz-Kapelle an der Nordseite, die später im 19. Jahrhundert abgerissen wurde, beherbergte einst die Regalien des Hauses Wittelsbach.

Nach einigen Aufständen wurde die Burg zu unsicher, und im Zuge einer Stadterweiterung, verbunden mit dem Bau eines neuen doppelten Stadtmauerrings, wählten die Wittelsbacher Herzöge wiederum die äußerste nordöstliche Ecke als Bauplatz für einen herzoglichen Ersatzsitz.

Folgerichtig wurde die Burg, da sie neu errichtet wurde, „Neuveste“ genannt. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich die Neuveste schließlich zur heutigen Münchner Residenz.

Als Herzog Sigismund Ende des 15. Jahrhunderts den Alten Hof bewohnte und weitere bauliche Veränderungen vornahm, darunter die Bemalung des Hofes mit rautenförmigem Dekor, war die eigentliche Residenz bereits die Neuveste. In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts verlegte Herzog Wilhelm IV. die Residenz schließlich dauerhaft auf die Neuveste.

So war der Alte Hof ab dem 16. Jahrhundert nur noch Sitz mehrerer staatlicher Ämter einschließlich der Vogtei.
In den Jahren 1591-92 wurde der Pfisterstock mit den für die Renaissance typischen Ziergiebeln erbaut; er wird Wilhelm Egkl zugeschrieben. In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts entstand ein Gebäude für das Sudhaus und das Sudhausamt, das seit Ende des 18. Jahrhunderts als Brunnenstock bezeichnet wurde.

Dieses wurde dann 1831/32 von Georg Friedrich Ziebland durch einen Neubau auf den alten Fundamenten für die Steuerkommission ersetzt. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde die St.-Lorenz-Kapelle abgebrochen.

Auch der Turm wurde abgetragen, aber später wieder aufgebaut. Anstelle der Kirche wurde 1816-1819 der klassizistische Lorenzistock entlang der Straße Hofgraben errichtet.

Restaurierung und Tourismus

Die unter Herzog Sigismund umgebauten spätgotischen Westflügel (der Burgstock mit seinem Turm und dem verzierten Erker und der Zwingerstock) sind erhalten geblieben.

Nach Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurde die Burg rekonstruiert. Teile davon (Lorenzistock, Pfisterstock und Brunnenstock) wurden 2005/2006 sehr zum Missfallen der Öffentlichkeit im postmodernistischen Stil zu Büros und Luxuswohnungen umgebaut.

Der alte Gewölbekeller aus der Zeit um 1300, der älteste in München, mit einer Ausstellung zur Geschichte der Kaiserburg kann im Alten Hof besichtigt werden.
Die Burg beherbergt auch ein „touristisches Informationszentrum für bayerische Schlösser“.

In das Bayerische Nationalmuseum wurden die Schenkungstafel von 1324, ein Relief mit der Darstellung des Kaisers Ludwig und seiner zweiten Gemahlin Margarete von Holland, mit der thronenden Mutter Gottes mit dem Kind in der Mitte, das sich früher an der Nordseite des Kirchenschiffs befand, sowie ein Ahnensaalfresko von 1460, das die Vorfahren der Wittelsbacher Herzöge mit ihrem Wappen zeigt, ausgelagert.

Der Münzhof (Alte Münze)

Ein Bogen im Norden verbindet den Alten Hof mit einem Gebäude im Renaissancestil, das ursprünglich für die herzoglichen Stallungen und die Kunstsammlungen des Herzogs Albert V. diente.

Es wurde 1563 von Hofbaumeister Wilhelm Egkl erbaut. Später diente es als Münzstätte. Der Innenhof hat seine Renaissance-Arkaden erhalten, während die Westfassade 1809 im klassizistischen Stil umgestaltet wurde. Die Nordfassade schließlich erhielt ihren neugotischen Schmuck, als die Maximilianstraße gebaut wurde, um sie in das Konzept dieser königlichen Allee einzupassen.

Quelle: Wiki

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