Rothenburg ob der Tauber Steckbrief – Name, Geschichte

Rothenburg ob der Tauber Steckbrief – Name, Geschichte

Rothenburg ob der Tauber ist eine Stadt im Landkreis Ansbach in Mittelfranken, der Region Franken in Bayern, Deutschland. Sie ist bekannt für ihre gut erhaltene mittelalterliche Altstadt, ein Ziel für Touristen aus aller Welt. Sie ist Teil der beliebten Romantischen Straße durch Süddeutschland. Heute ist sie eine von nur drei Städten in Deutschland, die noch vollständig intakte Stadtmauern haben, die anderen beiden sind Nördlingen und Dinkelsbühl.
Rothenburg war vom Spätmittelalter bis 1803 Freie Reichsstadt. 1884 errichtete Johann Friedrich (von) Hessing (1838-1918) das Wildbad Rothenburg.

Name

Der Name „Rothenburg ob der Tauber“ bedeutet auf Deutsch „Rotes Schloss über der Tauber“. Das ist so, weil die Stadt auf einem Plateau über der Tauber liegt. Was den Namen „Rothenburg“ betrifft, so sagen einige, dass er von den deutschen Wörtern rot und burg (Burg, mittelalterliche befestigte Siedlung) kommt, was sich auf die rote Farbe der Dächer der Häuser bezieht, die den Fluss überblicken. Der Name könnte sich auch auf den Prozess des Verrottens von Flachs für die Leinenproduktion beziehen.

Geschichte

Mittelalter

Die Stadt war wahrscheinlich schon vor dem 1. Jahrhundert n. Chr. von Kelten besiedelt.
Um 950 wurde die Wehranlage im heutigen Schlossgarten von den Grafen von Comburg-Rothenburg errichtet.
Im Jahr 1070 errichteten die Grafen von Comburg-Rothenburg, denen auch das Dorf Gebsattel gehörte, auf dem Berggipfel hoch über der Tauber die Burg Rothenburg.
Die Grafen des Geschlechts Comburg-Rothenburg starben 1116 aus. Den letzten Grafen, Graf Heinrich, ernannte Kaiser Heinrich V. stattdessen zu seinem Neffen Konrad von Hohenstaufen als Nachfolger der Comburg-Rothenburger Besitzungen.

1142 tauschte Konrad von Hohenstaufen, der als Konrad III. (1138-52) selbsternannter König der Römer wurde, einen Teil des Klosters Neumünster in Würzburg oberhalb des Dorfes Detwang ein und errichtete auf diesem billigeren Land die Staufer-Burg Rothenburg. Er hielt dort Gericht und setzte Beamte, sogenannte „Vögte“, als Pfleger ein.
Mit dem Bau der Stauferburg wurde im Jahr 1170 die Stadt Rothenburg gegründet. Zentrum waren der Marktplatz und die St. Jakobskirche. Zu sehen ist die Entwicklung der ältesten Befestigungsanlage, des alten Kellers/alten Grabens und des Milchmarktes. Mauern und Türme wurden im 13. Jahrhundert errichtet. Erhalten sind der „Weiße Turm“ und der Markus-Turm mit dem Röderbogen.

Von 1194 bis 1254 herrschten die Vertreter des Staufergeschlechts über das Gebiet um Rothenburg. Um diese Zeit wurden in der Nähe der Jakobskirche der Johanniterorden und andere Orden gegründet sowie ein Dominikanerinnenkloster (1258).
Von 1241 bis 1242 verzeichnete die staufische Reichssteuerstatistik die Namen der Juden in Rothenburg. Rabbiner Meir Ben Baruch von Rothenburg (gest. 1293, begraben 1307 in Worms) genoss als Jurist in Europa großes Ansehen.

1274 erhielt Rothenburg von König Rudolf von Habsburg die Privilegien einer Freien Reichsstadt. Drei berühmte Jahrmärkte wurden in der Stadt eingerichtet und in den folgenden Jahrhunderten expandierte die Stadt. Die Bürger der Stadt und die Ritter des Hinterlandes errichten das Franziskanerkloster und das Heilig-Geist-Spital (1376/78 in die Stadtmauer integriert). Der Deutsche Orden beginnt mit dem Bau der Jakobskirche, die seit 1336 von den Bürgern genutzt wird. Die Heilig-Blut-Wallfahrt lockte viele Pilger nach Rothenburg, damals eine der 20 größten Städte des Heiligen Römischen Reiches. Die Bevölkerung betrug etwa 5.500 Menschen innerhalb der Stadtmauern und weitere 14.000 in den 150 Quadratmeilen (390 km2) des umliegenden Territoriums.
Die Stauferburg wurde 1356 durch ein Erdbeben zerstört, die St.-Blasius-Kapelle ist heute der letzte Überrest.

Der Dreißigjährige Krieg

Im Oktober 1631, während des Dreißigjährigen Krieges, wollte der katholische Johann Tserclaes, Graf von Tilly, seine 40.000 Mann starke Truppe im evangelisch-lutherischen Rothenburg einquartieren. Anstatt den Einzug zuzulassen, verteidigte sich die Stadt und wollte einer Belagerung standhalten. Doch Tillys Truppen besiegten Rothenburg schnell und verloren nur 300 Soldaten. Eine volkstümliche Legende, der sogenannte Meistertrunk, besagt, dass, als General Tilly die Ratsherren zum Tode verurteilte und die Stadt niederbrennen wollte, die Ratsherren versuchten, ihn mit einem großen Schluck von 3 1/4 Litern Wein zu überreden. Tilly verkündete, dass er die Stadt verschonen würde, wenn jemand alles in einem Schluck trinken könnte. Der damalige Bürgermeister Georg Nusch setzte sich durch, und General Tilly hielt sein Wort. Die Geschichte ist jedoch mit ziemlicher Sicherheit apokryph. In der etwa fünfzehn Jahre nach den Tatsachen verfassten Chronik von Sebastian Dehner, dem frühesten Bericht, kommt sie nicht vor. Der Meistertrunk erscheint zum ersten Mal in der Chronik von Georg Heinrich Schaffert, mehr als ein Jahrhundert später.
Nach dem Winter war die Stadt verarmt und fast leer, und 1634 tötete ein Ausbruch der Beulenpest viele weitere Bürger. Ohne Geld und Macht hörte Rothenburg auf zu wachsen und bewahrte so seinen Zustand aus dem 17. Jahrhundert.

Quelle: Wiki

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