Jungfernstieg Steckbrief & Bilder

Jungfernstieg Steckbrief & Bilder

Der Jungfernstieg ist eine städtische Flaniermeile in Hamburg, Deutschland.
Sie ist die wichtigste Flaniermeile der Stadt.

Lage

Der Jungfernstieg liegt größtenteils innerhalb des Stadtteils Neustadt; an seiner östlichsten Stelle erstreckt er sich jedoch bis nach Hamburg-Altstadt.

Insgesamt erstreckt sich der Jungfernstieg etwa 600 m entlang des südlichen und südwestlichen Ufers der Binnenalster und setzt sich weiter bis zum Gänsemarkt fort.

Auf der Seeseite wird er im Osten vom Ballindamm (und dem nahen Einkaufszentrum Europa Passage) und im Westen vom Neuen Jungfernstieg eingerahmt.

Zum bebauten Gebiet hin kreuzt sich der Jungfernstieg mit mehreren Straßen – in der Altstadt mit der Bergstraße, dem Plan und dem Reesendamm; letzterer führt am Ufer der Kleinen Alster entlang zum Rathausmarkt.

An der Reesendammbrücke überquert der Jungfernstieg die Alster in die Neustadt. Er führt vorbei am Neuen Wall und den Großen Bleichen, zwei der führenden Einkaufsstraßen Hamburgs. An der Kreuzung mit dem Neuen Jungfernstieg bildet der Jungfernstieg eine Y-Kreuzung mit den Colonnaden, einer weiteren Einkaufsstraße.

Der gesamte Umfang des Seeufers wird von einer Terrasse eingenommen. Auf der Terrasse befinden sich zwei Pavillons: der Alsterpavillion (ein Café) und ein kleinerer Pavillon, der als Eingang zur S-Bahn-Station fungiert.

Das Seeufer ist auch Drehscheibe für die Hamburger Alsterfähren.

Geschichte

Die Geschichte des Jungfernstiegs begann im Jahr 1235. Damals gab Graf Adolph IV. von Holstein den Bau eines Mühlendamms in Auftrag, um das Wasser der Alster für eine lokale Getreidemühle zu nutzen. Der so entstandene Mühlenteich fiel viel größer aus als erwartet, er erreichte die Ausmaße eines regelrechten Sees. Das führte zu einem Rechtsstreit, wer für das verlorene Land aufkommen musste, aber auch zu einer Stadterweiterung im Rücken des Damms: Hamburgs Neustadt.

Der Damm entlang der neu entstandenen Binnenalster wurde Reesendamm genannt, zu Ehren des Müllers Heinrich Reese, der damals die Mühle betrieb.

Im Laufe des 17. und 18. Jahrhunderts wurde der Reesendamm mehrfach ausgebaut und verbreitert. Im Jahr 1665 wurde eine Reihe von Linden entlang der Uferpromenade gepflanzt. Mit dem wachsenden internationalen Seehandel Hamburgs und dem Status der Stadt als souveräner Stadtstaat erhielt die elegante Promenade ein kosmopolitisches Gesicht und wurde zum beliebten Flaniermeile am Wasser.

Hanseaten begleiteten ihre unverheirateten Töchter auf der Suche nach einem geeigneten Bräutigam auf einem Spaziergang, was zu dem heutigen Namen der Promenade führte: Jungfern (d.h. Mädchen), Stieg (d.h. Treppe, Spaziergang).

1799 wurde der erste Alsterpavillion eröffnet, der ein Café und ein Restaurant beherbergte und – der Mode entsprechend – bis heute sechsmal ersetzt wurde. 1838 wurde der Jungfernstieg als erste Straße in Deutschland asphaltiert.

Der große Brand von 1842 zerstörte die gesamte Bebauung. Nach dem anschließenden Wiederaufbau präsentierte sich der Jungfernstieg in einer zusammenhängenden klassizistischen Form. Aus dieser Zeit stammen auch die Arkaden an der Kleinen Alster. 1843 eröffnete am Jungfernstieg der Sillem’s Bazar als erste Einkaufspassage Deutschlands mit Anschluss an die Poststraße. Während des Gründerzeitbooms in den späteren Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts wurden viele der klassizistischen Gebäude nach und nach durch verschiedene Bauten im Stil des Revivals ersetzt.

Der Sillem’s Bazar wurde 1881 durch den Renaissance-Erneuerungsbau Hamburger Hof ersetzt. Das Heine-Haus im Jugendstil wurde 1903 umgebaut. Die Scholviens-Passage wurde 1912 durch das Kaufhaus Alsterhaus ersetzt.

1866 wurde am Jungfernstieg eine Pferdewagenlinie eingeführt, die bis 1900 durch eine elektrische Straßenbahn ersetzt wurde. Der U-Bahnhof Jungfernstieg wurde 1931 eröffnet und 1973 um einen unterirdischen S-Bahnhof erweitert.

Der U-Bahnhof Gänsemarkt wurde 1970 eröffnet. 1978 wurde die Straßenbahn eingestellt, obwohl der Senat wiederholt erwogen hat, sie wieder einzuführen. In den frühen 2000er Jahren wurde der Jungfernstieg grundlegend saniert.

Heute

Die neu gestaltete Seeterrasse bildet einen öffentlichen Platz am Wasser mit Blick auf den See und die Seefontäne. Die Terrasse wird das ganze Jahr über für Veranstaltungen genutzt.

Obwohl der Jungfernstieg nicht zu den typischen Hamburger Einkaufsstraßen gehört, bietet er direkten Zugang zu einigen der größten Einkaufszentren Hamburgs und beherbergt eine Reihe von Banken, Kunstgalerien und hochwertigen Geschäften.

Darüber hinaus verleihen ihm seine Geschichte, die landschaftlich reizvolle Lage an der Binnenalster und seine Dreh- und Angelpunktfunktion für das kommerzielle Leben und das Straßennetz der Innenstadt ein starkes „sense of place“ zum Verweilen, Schauen und Treffen.

Im Zuge der europäischen Migrantenkrise war der Jungfernstieg-Boulevard am 31. Dezember 2015 einer der Schauplätze zahlreicher Straftaten in der Stadt. Im Sommer 2016 kam es auf der Promenade erneut zu gewalttätigen Auseinandersetzungen und anderen Straftaten, an denen auch Migranten und Flüchtlinge beteiligt waren, die sich dort in großen Gruppen versammelten.

Mehrere Menschen wurden verletzt. Die Polizei beleuchtete die Straße schließlich in Wochenendnächten, um weitere Straftaten zu verhindern, die mit den kälteren Tagen im Herbst zurückgingen.

Quelle: Wiki

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