Die Tukane der tropischen und subtropischen Gebiete Mittel- und Südamerikas sind mit ihrem gewaltigen Schnabel und der bunten Schnabel- und Gefiederfärbung ganz unverwechselbare Vögel. Da sie auch in ihrem Verhalten sehr lebhaft sind, sofern man ihnen nur ausreichenden Platz zur Verfügung stellt, werden sie in Gefangenschaft schnell zu Publikumslieblingen. Obwohl Tukane den altweltlichen Nashornvögeln ähnlich sehen, sind sie mit ihnen nicht näher verwandt, sondern zählen zu den Spechtvögeln, jene aber zu den Rackenvögeln.

Schnabel

Die Schnäbel der Tukane bestehen nicht etwa aus massivem Horn oder Knochen, sondern sind in Leichtbauweise konstruiert. Ein zerbrechlich wirkendes Gitterwerk aus dünnen Knochenbälkchen gibt dem Schnabel hohe Festigkeit und gleichzeitig ein so geringes Gewicht, dass die Vögel ihn als vielseitiges Werkzeug geschickt einsetzen können. Zum Erweitern einer als Brutstätte auserkorenen Baumhöhle reicht er aus, zum Aushauen einer neuen Bruthöhle aber können Tukane ihren Schnabel doch nicht benutzen. Sie beziehen daher gerne Spechthöhlen und andere bereits vorhandene Baumlöcher.

Lebensweise

Als Bewohner dichter Wälder sind die Tukane mit ihren kurzen, abgerundeten Flügeln für den Flug über längere Strecken nicht besonders gut ausgerüstet. Das Flugbild ist, wie bei den meisten Spechten auch, wellenförmig. Ein paar schnelle Flügelschläge geben genügend Auftrieb, um danach einen kurzen Moment zu gleiten. Im Geäst sind Tukane dafür um so beweglicher. Ihre Beine sind sehr kräftig und die Zehen stehen einander paarig gegenüber, so dass sich die Vögel gut im Astwerk festhalten können.
Tukane leben von einer Vielzahl von Früchten, Insekten, anderen kleinen Wirbellosen und auch von kleineren Wirbeltieren. Nur gelegentliuch nehmen die „Pfefferfresser“ auch einmal Pfefferschoten (roter Chili-Pfeffer) zu sich. Der Name Tukan leitet sich vom indianischen „Toco“ ab, wie die Vögel auch heute noch bei den Tupi-Indianern heißen.
Männchen und Weibchen sind meist gleichartig gefärbt. Jedoch werden die männlichen Tukane etwas größer und ihre Schnäbel ein wenig länger.

Riesentukan

Arten

Die Familie umfasst je nach Ansicht die 3 bis 4 Gattungen der Arassaris, den in eine eigene Gattung gestellten 33 cm langen Gold- oder Goldbrusttukan aus dem Südosten Brasiliens, die Blautukane mit blauer bis blaugrauer Unterseite und olivbraunem Rückengefieder aus den Andenhochlagen und schließlich die Tukane der gattung Ramphastus. Diese stellen die größten Vertreter der Familie. Ihre Schwänze sind im Gegensatz zu den langen und spitz auslaufenden Stößen der arassaris kürzer und abgerundet. Neben dem Fischertukan mit dem buntesten Schnabel aller Tukanarten gehören auch der Grünschnabel- oder Bunttukan aus Südostbrasilien, Paraguay und Nordargentinien sowie der Riesentukan als größte Art zu dieser Gattung.

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Verfasst von

Victoria McCallister

Victoria ist seit 2019 Mitglied des ScreenHaus Autorenteams und besonders interessiert in den Themen Reisen und Gesundheit. Vicky hat den Großteil der Welt besucht und lässt uns immer wieder mit ihren liebevoll geschriebenen Steckbriefen daran teilhaben.