Titisee im Schwarzwald – Steckbrief & Bilder

Titisee im Schwarzwald – Steckbrief & Bilder

Der Titisee ist ein See im Südschwarzwald in Baden-Württemberg.

Er hat eine Fläche von 1,3 km2 und eine durchschnittliche Tiefe von 20 m. Seine Entstehung verdankt er dem Feldberggletscher, dessen Moränen sich im Pleistozän gebildet haben und heute die Ufer des Sees bilden.

Der Abfluss des Sees ist in 840 m Höhe die Gutach, die sich unterhalb von Kappel mit der Haslach zur Wutach vereinigt.

Das Wasser des Titisees mündet somit zwischen Tiengen und Waldshut in den Oberrhein.

Am Nordufer liegt der gleichnamige Kurort, heute ein Ortsteil der Gemeinde Titisee-Neustadt.

Geschichte

Ein Gletschersee entsteht, wenn der Gletscher längere Zeit stillsteht und das Gewicht des Gletschers die Landschaft abträgt. Wo der Gletscher weniger stark ist, wird der Untergrund weniger abgetragen und hebt sich. Darüber hinaus ist es möglich, dass eine Moräne (Ablagerung von Gesteinsmaterial, das mit dem Gletscher transportiert wird) den Abfluss verhindert.

Wenn das Eis schmilzt, wird das Wasser in der Moräne aufgestaut und es entsteht ein See. Der Titisee verdankt seine Entstehung der letzten Eiszeit (Pleistozän). Bis vor 10.000 Jahren erstreckte sich ein Gletscher vom Feldberg bis zum heutigen Titisee. Das vom Gletscher ausgehöhlte Becken und die Endmoräne bilden heute den Titisee.

1050 wird der See erstmals urkundlich erwähnt, und zwar im Kloster Allerheiligen in Schaffhausen, wo der Name Titinsee auftaucht. Der Name Dettesee wird auch in einer Urkunde des Kirchspiels Saig aus dem Jahr 1111 erwähnt. In den Tälern rund um den Titisee (Altenweg, Spriegelsbach, Schildwende und Jostal) waren die Menschen meist in der Landwirtschaft tätig und betrieben Viehzucht.

Handwerker wie Schmiede, Wagenbauer und Schindelmacher arbeiteten eher in der Nähe des Sees. Lange Zeit gab es verstreut liegende Bauernhöfe rund um den See.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts führten der Bau der Höllentalbahn und der einsetzende Tourismus dazu, dass ein zentraler Ort am See entstand. 1840 wurden unterhalb einer Kuppe am Abfluss der Gutach aus dem Titisee zwei Sarkophage aus bearbeitetem Tuffstein gefunden.

Im Jahr 2011 veröffentlichte der Archäologe Andreas Haasis-Berner einen Artikel, in dem er feststellte, dass sie aus der Zeit zwischen 700 und 900 stammen müssen. Bis dahin war man davon ausgegangen, dass der Hochschwarzwald im ersten Jahrtausend unbesiedelt gewesen war.

Herkunft des Namens

Es gibt verschiedene Theorien über die Herkunft des ungewöhnlichen Namens Titisee:

  • Im alemannischen Dialekt bedeutet Teti „kleines Kind“ oder „Baby“. Tetisee oder Titisee wäre demnach ein See, aus dem der lokalen Legende nach kleine Kinder kamen, ähnlich wie andernorts erzählt wird, dass Babys von einem weißen Storch geboren werden. Geschichten über Babys, die aus Seen kommen, waren in Mitteleuropa weit verbreitet (vgl. Frau-Holle-Teich). Zu dieser Theorie passt die Tatsache, dass der Titisee ein sehr hoch gelegener See ist und der Sage nach auch bodenlos ist. Solchen Seen wurden früher besondere numinose Kräfte zugeschrieben.
  • Eine andere Theorie besagt, dass der römische Feldherr Titus in der Gegend des Titisees gelagert haben soll. Der See soll ihn so sehr beeindruckt haben, dass er ihm seinen Namen gab. Dies ist auch der Grund, warum heute eine grobe Nachbildung einer römischen Galeere auf dem Titisee verkehrt.
  • Einer Legende zufolge jagte im 12. Jahrhundert ein Edelmann namens Titini in der Gegend um den See.
  • Auch die Aronstablilie, früher in der Region als Tittele bekannt, könnte der Ursprung des Namens sein, auch wenn sie am Titisee nicht mehr vorkommt.

Tourismus

Am Nordufer des Titisees liegt der gleichnamige, beliebte Kurort. Viele Wellness- und Gesundheitshotels sind dort angesiedelt. Zu den Kurangeboten gehören Fango-Anwendungen (Fangopackungen mit heißem, geruchlosem Mineralschlamm), Heilklima, Kneippanlagen, Moor- und Atemgymnastik, Bewegungstherapie im Thermalmineralwasser, Entspannungstherapie, Terrainkurwege, Physiotherapie sowie medizinische und Wellness-Massagen.

Im Sommer lädt der See zum Schwimmen, Segeln, Windsurfen, Tretbootfahren, Wandern um den See und Flanieren an der Promenade ein.

Im Winter ist die 1,2 km lange Saig-Titisee-Rodelbahn geöffnet. Die größte Naturskisprungschanze Deutschlands, die Hochfirstschanze, befindet sich ebenfalls am Titisee.

Die Schanze ist Austragungsort verschiedener Skisprungveranstaltungen wie dem FIS-Skisprung-Weltcup 2020-21.

Quelle: Wiki

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