Tiefseefische Steckbrief – Sonderanpassungen, Nahrungsmangel

Tiefseefische Steckbrief – Sonderanpassungen, Nahrungsmangel

Die meisten Seefische, die wir kennen und alle Fischarten, die für die menschliche Ernährung gefangen werden, sind Bewohner der Küstengebiete bis in Tiefen von etwa 1000 m.
Die größte Masse der Weltmeere nämlich über 92%, besteht aber aus der Tiefsee.

Sonderanpassungen

Die Bewohner der Tiefsee, die systematisch alle der „modernen“ Gruppe der Echten Knochenfische angehören, mussten zahlreiche besondere Anpassungen an extreme Lebensbedingungen „erfinden“, um in dieser lebensfeindlichen Umwelt überleben zu können. Hoher Wasserdruck, niedrige Temperaturen, Lichtmangel und Nahrungsarmut haben zu Formveränderungen geführt und für unser menschliches „Schönheitsempfinden“ abenteuerliche Gruselgestalten hervorgebracht: Riesenhafte Teleskopaugen, am ganzen Körper verteilte Leuchtorgane, die insbesondere dem Anlocken von Beutetieren dienen, und gewaltige, zähnestarrende Mäuler sind die auffälligsten Hilfsorgane.

Nahrungsmangel

Häufig unterscheiden sich die Geschlechter in der Größe so erheblich, dass man nur noch von „Zwergmännchen“ sprechen kann, die bisweilen kaum 5% der Größe der Weibchen erreichen. Entweder sterben sie nach der Laichzeit oder verwachsen fest mit den Weibchen und werden über deren Blutkreislauf am Leben erhalten. Der ständige Nahrungsmangel führt zu solchen energiesparenden Entwicklungen. Manche Tiefseefische lösten dieses Problem auf andere Weise: Sie führen regelmäßig vertikale, das heißt senkrechte Wanderungen durch, indem sie (meistens nachts) ihren Lebensraum in der Tiefe verlassen und bis in den Oberflächenbereich emporsteigen, um sich von Plankton zu ernähren. Es ist kaum vorstellbar, wie diese Fische den regelmäßigen Druckunterschied zwischen Wasseroberfläche und Tiefen um 2000 m überwinden.

Schleimfisch aus der Tiefsee

Tiefenbereiche

Die mittlere Tiefe aller Ozeane beträgt 3800 m. Der Bereich zwischen 3000 und 6000 m wird Abyssalzone genannt. In diesen Tiefen sind bis heute etwa 260 Fischarten bekannt, die 35 Familien angehören. Viele Arten sind nur in einzelnen Exemplaren bekannt geworden, manche davon nur aus den Mägen besonders arger Räuber, etwa aus der Familie der Lanzenfische. Wenig bekannt ist, dass im tiefsten Bereich der Ozeane zwischen 6000 uns 11000 m Tiefe, in der sogenannten Ultra-Abyssalzone, noch Fische leben, die aber wesentlich einfacher gebaut sind als im Abyssal. Ihre Augen sind zurückgebildet und klein. Die Größe der Mäuler ist wieder „normal“, die unpaaren Flossen bestehen meist aus ungeteilten Flossensäumen. Bisher sind sieben Arten bekannt, die zwei Familien zugeordnet werden, und zwar den Brotulidae, die mit den Schleimfischen und den Scheibenbäuchen verwandt sind.

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