Tast- und Erschütterungssinn Steckbrief

Tast- und Erschütterungssinn Steckbrief

Reizungen durch Druck oder Zug auf die Körperoberfläche lässt über den Tastsinn ein „Tastbild“ von der Umwelt entstehen und ermöglicht im Körperinneren die Kontrolle von Bewegungsabläufen.
Über den Erschütterungssinn werden Schwingungen des Untergrundes wahrgenommen. Tast- und Erschütterungssinn zählen zu den mechanischen Sinnen, wie auch zum Beispiel der Drehsinn, der Geleichgewichtssinn oder der Schweresinn.

Der Tastsinn ist im Tierreich weit verbreitet, Während bei den Wirbellosen primäre Sinneszellen mit oder ohne Hilfsstrukturen als Empfänger dienen, wurden bei den Wirbeltieren neben freien Nervenendigungen in der Haut hochkomplizierte „Tastapparate“ entwickelt. Die Tastorgane sind über den ganzen Körper verteilt, oft aber an hervorragenden Körperteilen konzentriert.

Bei den Gliederfüßern wird die Tastfunktion durch Tasthaare oder kegelförmige Sensillen erfüllt, die in ihrem basalen (unteren) Teil mit einer Sinneszelle versehen sind und auf eine Auslenkung der „Hilfsstruktur“ (Haar, Kegel) durch Druck, Wasser- oder Luftbewegungen ansprechen. Häufig ist damit gleichzeitig eine Richtungsempfindlichkeit verbunden. Zur Wahrnehmung von Erschütterungen haben die Insekten Subgenualorgane (das sind in den Beingliedmaßen ausgespannte Sinneszellgruppen) ausgebildet, die oft als hochempfindliches Warnsystem vor Feinden dienen.

Viele wasserlebende Tiere verfügen über einen Strömungssinn. Hier kann über die in der Haut eingelagerten Sinneszellen die Bewegung des Wassers gegenüber dem Boden wahrgenommen werden. Damit wird die optische Kontrolle zum Teil vollständig ersetzt (Strudelwürmer). Viel weiter entwickelt ist der Ferntastsinn der Fische. Sie haben ein Seitenliniensystem, über das die durch Beutetiere oder einen Feind ausgelösten Druckwellen registriert werden, ebenso die Eigenbewegung des Fisches gegenüber festen Körpern. Als Weiterentwicklung im Verlauf der Stammesgeschichte sind auch die anderen „mechanischen Sinne“ der Wirbeltiere zu sehen, denn die Sinneszellen dieser Organe zeigen prinzipiell den gleichen Aufbau.

In der Haut von Säugern und Vögeln sind Rezeptoren für mechanischen Druck, andere für die Wahrnehmung von Schwingungen des Untergrundes eingelagert. Sie tragen wesentlich zur Steuerung der Bewegungsleistung bei. Oft sind begrenzte Stellen für Berührungsreize besonders empfindlich. Ein bekanntes Beispiel hierfür sind die „Schnurrhaare“ nachtaktiver Tiere, zum Beispiel der Katze, die ein sehr kompliziertes Sinnesorgan bilden.

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