Marienbad Steckbrief & Bilder

Marienbad Steckbrief & Bilder

Marienbad ist ein Kurort im Bezirk Cheb in der Region Karlovy Vary in der Tschechischen Republik.

Sie hat etwa 13.000 Einwohner. Die Stadt, die von grünen Bergen umgeben ist, ist ein Mosaik aus Parks und Adelshäusern.

Die meisten Gebäude stammen aus der Goldenen Ära der Stadt in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als viele Berühmtheiten und europäische Spitzenpolitiker die heilenden Kohlendioxidquellen genossen. Der Stadtkern ist gut erhalten und steht als städtisches Denkmalgebiet unter Schutz.

Im Jahr 2021 wird die Stadt unter dem Namen „Great Spa Towns of Europe“ Teil des transnationalen UNESCO-Welterbes.

Verwaltungsteile

Die Stadt setzt sich aus den Stadtteilen und Dörfern Mariánské Lázně, Hamrníky, Chotěnov-Skláře, Kladská, Stanoviště und Úšovice zusammen.

Geschichte

Deutsche Siedler wurden im 12. Jahrhundert von böhmischen Herrschern aus der Dynastie der Přemysliden in diese Region gerufen.

Obwohl die Stadt selbst erst etwa zweihundert Jahre alt ist, ist der Ort schon viel länger bewohnt. Die erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1273, als es ein Dorf Úšovice gab.

Die Quellen werden erstmals in einer Urkunde aus dem Jahr 1341 erwähnt, in der sie als „Auschowitzer Quellen“ bezeichnet werden, die der Abtei Teplá gehören. Erst durch die Bemühungen des Klosterarztes Josef Nehr, der sich von 1779 bis zu seinem Tod im Jahr 1820 um den Nachweis der heilenden Wirkung der Quellen bemühte, begann man, das Wasser für medizinische Zwecke zu nutzen.

Der Ort erhielt 1808 seinen heutigen Namen Marienbad, wurde 1818 zum Badeort und erhielt 1868 das Stadtrecht. 1868 wurden jährlich etwa 1.000.000 Flaschen Mineralwasser aus Marienbad exportiert.

Das Wasser aus der Kreuzquelle (Křížový pramen) wurde verdampft und das Endprodukt als Abführmittel unter dem Namen sal teplensis verkauft. Der moderne Kurort wurde von den Äbten von Tepl (Teplá) gegründet, namentlich von Karl Kaspar Reitenberger, der auch einige der umliegenden Wälder kaufte, um sie zu schützen.

Unter der Leitung des Gärtners Václav Skalník, des Architekten Jiří Fischer und des Baumeisters Anton Turner wurde das unwirtliche Moortal in eine parkähnliche Landschaft mit Kolonnaden, klassizistischen Gebäuden und Pavillons rund um die Quellen verwandelt.

Der Name Marienbad taucht erstmals 1786 auf, seit 1865 ist es eine Stadt. Es folgte eine zweite Wachstumsphase, die Goldene Ära der Stadt. Zwischen 1870 und 1914 wurden viele neue Hotels, Kolonnaden und andere Gebäude nach Entwürfen von Friedrich Zickler, Josef Schaffer und Arnold Heymann errichtet oder aus älteren Häusern umgebaut. Im Jahre 1872 erhielt die Stadt eine Eisenbahnverbindung mit der Stadt Cheb (Eger) und damit mit der gesamten Österreichisch-Ungarischen Monarchie und dem Rest Europas.

Die Stadt wurde bald zu einem der wichtigsten europäischen Kurorte und war bei bedeutenden Persönlichkeiten und Herrschern beliebt, die oft dorthin zurückkehrten. Unter ihnen waren Namen wie Johann Wolfgang Goethe, Frédéric Chopin, Thomas Edison, Richard Wagner oder Prinz Friedrich von Sachsen, König Edward VII. von Großbritannien, der russische Zar Nikolaus II. und Kaiser Franz Joseph I. und viele andere. Zu dieser Zeit kamen jedes Jahr etwa 20.000 Besucher. Marienbad war auch ein beliebter Erholungs- und Urlaubsort für europäische Rabbiner und ihre chassidischen Anhänger, die hier koschere Restaurants, religiöse Gebetsstätten usw. vorfanden.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die deutschstämmige Bevölkerung der Stadt gemäß dem Potsdamer Abkommen zwangsumgesiedelt, wodurch die Stadt von einem Großteil ihrer Bevölkerung befreit wurde. Nach dem kommunistischen Staatsstreich von 1948 wurde die Stadt von den meisten ausländischen Besuchern abgeschottet.

Nach der Rückkehr der Demokratie im Jahr 1989 wurden große Anstrengungen unternommen, um der Stadt ihren ursprünglichen Charakter zurückzugeben. Heute ist sie nicht nur ein Kurort, sondern auch ein beliebter Urlaubsort dank ihrer Lage inmitten der grünen Berge der Slavkovský les und der Český les, der Sportanlagen (der erste Golfplatz der Stadt wurde 1905 vom britischen König Edward VII. eröffnet) und der Nähe zu anderen berühmten Kurorten wie Karlovy Vary (Karlsbad) oder Františkovy Lázně (Franzensbad).

Demografie

Bis zu ihrer Vertreibung im Jahr 1945 war die Mehrheit der Bevölkerung der Stadt deutsch (siehe Sudetenland). Danach wurde die Stadt von den tschechoslowakischen Behörden mit Tschechen aus dem Hinterland neu besiedelt.

Im Jahr 2021 hat die Stadt mit einem Durchschnittsalter von 46,2 Jahren eine der ältesten Bevölkerungen des Landes und die älteste in der Kategorie der Städte über 10.000 Einwohner.

Quelle: Wiki

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