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Goldfisch Steckbrief – Zuchtformen, Zimmerhaltung, Teichhaltung

Goldfisch Steckbrief – Zuchtformen, Zimmerhaltung, Teichhaltung

Die Goldfische bilden eine Unterfamilie der Karpfen. Schon vor 1000 Jahren wurde in China der Goldfisch aus der dortigen Silber- und Goldkarausche heraus gezüchtet. Der Goldfisch wird als eigene Unterart der Silberkarausche angesehen. Ursprünglich war die Zucht nur Adelskreisen vorbehalten, und das Fangen von Goldfischen stand damals unter schwerer Strafe. Erst im 16. Jahrhundert durften sich in China auch die breiten Volksschichten der Hatung dieses Fisches widmen.

Pionier der Aquarienfische

Der Goldfisch wird zurecht als Pionier der Aquarienfische angesehen. Im alten China hielt man ihn runden Ton oder Porzellangefäßen, den sogenannten Drachenkübeln. Die in Europa später dann so sehr in Mode gekommenen Goldfischglocken stellen wohl eine Nachbildung dieser Gefäße dar. Dass der Goldfisch in diesen meist viel zu kleinen nach oben verengten und damit Gasaustausch schmälernden Gefäßen überhaupt ausdauern konnte verdankt er nur seiner ungewöhnlich robusten Art.

Zimmerhaltung

Leider werden auch heute noch, wo die Aquaristik längst nach wissenschalftlichen Maßstäben betrieben wird, Goldfische unter diesen traurigen Umständen „gepflegt“. Das Goldfischglas ist dem Goldfisch keineswegs auf dem Leib geschrieben, er gehört, wie jeder andere Aquarienfisch auch in ein großen Becken, welches ihm genügend Platz zum Ausschwimmen lässt.
Goldfische sind starke Fresser und Wühler, die viel KOt abscheiden und bei nachlössiger Pflege bald in einer trüben Brühe schwimmen.Sie halten gut bei Zimmertemperaturen aus, am wohlsten fühlen sie sich bei 14°C – 20°C. Im Hochsommer wird es ihnen eher zu warm, kräftige Durchlüftung ist dann besonders wichtig.

Teichhaltung

Galten die Goldfische in der Anfangszeit noch als kostbare Zierfische, deren Erwerb nur sehr begüterten Leuten vorbehalten war, sind diese heute für wenig Geld in den Goldfischzüchtereien oder Tierhandlungen zu haben. Sie halten sich gut im Freien und pflanzen sich in unseren Breiten auch hin und wieder fort. Zum Überwintern müssen sie allerdings in frostfreie Räume gebracht werden.

Zuchtformen

Chinesiche und japanische Züchter widmeten sich schon früh besonders Tieren mit abnormen Veränderungen, wie sie in jeder Zucht natürlicherweise hin und wieder auftreten. Solche Veränderungen, wie überlange Flossen, Geschwülste oder Stielaugen wurde gezielt herausgezüchtet und somit weitegehend genetisch konserviert. Auch eine Reihe von Farbspielarten ist so entstanden.

Schleierschwanz

Am bekanntesten ist wohl der Schleierschwanz mit den prächtigen überlangen Flossen. Beim HImmelsgucker sitzen die Augen auf runden Stieln. Der Teleskopschleierfisch vereinigt lange Flossen und stark hervortretene Augen.

Giebel

Der Giebel aus dem Aralseebecken und Europa eine zweite Unterart der Silberkarausche wird oft als Stammform des Goldfisches angesehen. Wahrscheinlicher aber ist, dass rote Farbspiele der Stammart die Ausgangsformen für den Goldfisch waren.

Fortpflanzung

Der Giebel macht durch seine besondere Fortpflanzung von sich reden. Je weiter westlich nämlich die Gewässer liegen, finden sich in den Populationen zunehmend nur noch weibliche Fische, die dennoch ohne arteneigene Männchen, Nachkommen hervorbringen.
Man hat festgestellt, dass sich die Weibchen unter laichenden Karpfen und Karauschen mischen, sodass ihre Eier mit artfremden Sperma in KOntakt kommen. Aus diesen Eiern entstehen wieder nur Weibchen.
Man sieht in diesem Beispiel von Jungfrenzeugung eine besondere Anpassung an das Besiedeln neuer Gewässer. Ein einzelnes Weibchen reicht aus um dem Fortbestand der Art zu sichern.

Leonie Auerbach

Geschrieben von Leonie Auerbach

Leonie ist seit 2017 Mitglied des ScreenHaus Magazin Autorenteams und ist ein absoluter Tier- und Reisefreund. Wann immer ihr ein interessantes Tier oder Reiseziel über den Weg läuft, erfahrt ihr es zuerst!

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