Saarbrücken Steckbrief – Geschichte

Saarbrücken Steckbrief – Geschichte

Saarbrücken ist die Hauptstadt und größte Stadt des Bundeslandes Saarland, Deutschland. Saarbrücken ist das Verwaltungs-, Wirtschafts- und Kulturzentrum des Saarlandes und liegt direkt an der französischen Grenze.
Die moderne Stadt Saarbrücken entstand 1909 durch den Zusammenschluss der drei Städte Saarbrücken, St. Johann und Malstatt-Burbach. Sie war das Industrie- und Verkehrszentrum des Saar-Kohlebeckens. Zu den Produkten gehörten Eisen und Stahl, Zucker, Bier, Töpferwaren, optische Instrumente, Maschinen und Baumaterialien.
Historische Wahrzeichen der Stadt sind die steinerne Brücke über die Saar (1546), die gotische Kirche St. Arnual, das Saarbrücker Schloss aus dem 18. Jahrhundert und die Altstadt, der Sankt Johanner Markt.
Im 20. Jahrhundert war Saarbrücken zweimal von Deutschland abgetrennt: von 1920-1935 als Hauptstadt des Territoriums des Saarbeckens und von 1947-1956 als Hauptstadt des Saarprotektorats.

Geschichte

Römisches Reich

In den letzten Jahrhunderten vor Christus siedelten die Mediomatriker im Raum Saarbrücken. Als Julius Cäsar im 1. Jahrhundert v. Chr. Gallien eroberte, wurde das Gebiet in das Römische Reich eingegliedert.

Vom 1. bis zum 5. Jahrhundert n. Chr. gab es westlich des Saarbrücker Halbergs, an den Straßen von Metz nach Worms und von Trier nach Straßburg, die gallorömische Siedlung vicus Saravus.
Seit dem 1. oder 2. Jahrhundert n. Chr. verband eine hölzerne, später steinerne Brücke den vicus Saravus mit dem südwestlichen Saarufer, dem heutigen St. Arnual, wo sich mindestens eine römische Villa befand.
Im 3. Jahrhundert n. Chr. wurde ein Mithras-Heiligtum in einer Höhle im Halberg am Ostufer der Saar, neben dem heutigen Osthafen, errichtet und ein kleines Römerlager am Fuße des Halbergs neben dem Fluss angelegt.
Gegen Ende des 4. Jahrhunderts zerstörten die Alemannen die castra und den vicus Saravus und beseitigten damit für fast ein Jahrhundert die dauerhafte menschliche Präsenz im Saarbrücker Raum.

Mittelalter bis 18. Jahrhundert

Das Saargebiet kam gegen Ende des 5. Jahrhunderts unter die Kontrolle der Franken. Im 6. Jahrhundert schenkten die Merowinger das Dorf Merkingen, das sich auf den Ruinen der Villa am südwestlichen Ende der (damals noch nutzbaren) Römerbrücke gebildet hatte, dem Bistum Metz. Zwischen 601 und 609 gründete Bischof Arnual dort eine Gemeinschaft von Klerikern, ein Stift. Jahrhunderte später nahm das Stift und 1046 Merkingen seinen Namen an und wurde so zum Geburtsort des heiligen Arnual.Die älteste urkundliche Erwähnung Saarbrückens ist eine Schenkungsurkunde aus dem Jahr 999, die belegt, dass Kaiser Otto III. das „castellum Sarabrucca“ (Saarbrücker Schloss) an die Bischöfe von Metz schenkte. Die Bischöfe gaben das Gebiet an die Grafen von Saargau als Lehen. Um 1120 entstand die Grafschaft Saarbrücken und es entwickelte sich eine kleine Siedlung um die Burg. 1168 ordnete Kaiser Barbarossa wegen einer Fehde mit Graf Simon I. die Schleifung Saarbrückens an. Der Schaden kann nicht gravierend gewesen sein, da die Burg weiter bestand.

1321/1322 verlieh Graf Johann I. von Saarbrücken-Commercy der Siedlung Saarbrücken und dem Fischerdorf St. Johann am gegenüberliegenden Saarufer das Stadtrecht, führte eine gemeinsame Verwaltung ein und befreite die Bewohner von der Leibeigenschaft. 1381 bis 1793 waren die Grafen von Nassau-Saarbrücken die Hauptherrscher vor Ort. Kaiser Karl V. veranlasste 1549 den Bau der Alten Brücke, die Saarbrücken mit St. Johann verbindet. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts ließ Graf Ludwig II. an der Stelle der alten Burg ein neues Schloss im Stil der Renaissance errichten und gründete das älteste Gymnasium Saarbrückens, das Ludwigsgymnasium. Während des Dreißigjährigen Krieges sank die Einwohnerzahl Saarbrückens von 4500 im Jahr 1628 auf nur 70 im Jahr 1637. Während des französisch-niederländischen Krieges brannten die Truppen König Ludwigs XIV. 1677 Saarbrücken nieder und zerstörten die Stadt fast vollständig, so dass nur 8 Häuser stehen blieben. In den 1680er Jahren wurde das Gebiet erstmals an Frankreich angegliedert. 1697 musste Frankreich die Saarprovinz abtreten, gewann aber von 1793 bis 1815 die Kontrolle über die Region zurück.

Während der Regierungszeit von Fürst Wilhelm Heinrich von 1741 bis 1768 wurden die Kohlebergwerke verstaatlicht und seine Politik schuf eine proto-industrielle Wirtschaft und legte damit den Grundstein für die spätere hochindustrialisierte Wirtschaft des Saarlandes. Saarbrücken boomte, und Fürst Wilhelm Heinrich investierte weit über seine finanziellen Möglichkeiten hinaus in den Bau und in die Infrastruktur wie den Saarkran (1761). Doch der berühmte Barockarchitekt Friedrich Joachim Stengel schuf nicht nur den Saarkran, sondern viele ikonische Bauten, die noch heute das Gesicht Saarbrückens prägen, wie die 1745 fertiggestellte Friedenskirche, das Alte Rathaus (1750), die katholische St. Johannis-Basilika (1754) und die berühmte Ludwigskirche (1775), das Wahrzeichen von Saarbrücken.

Quelle: Wiki

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