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Bewerbungsschreiben – So vermeiden Sie Fehler

by Falk von Wildenradt24. März 2013

Das Bewerbungsschreiben – Ihre Visitenkarte

Was ist Ihr Ziel?

Ein Beschäftigungsverhältnis im Beruf Ihrer Wahl, eine neue Tätigkeit in einem anderen Unternehmen oder eine neue Tätigkeit mit mehr Verantwortung? Ihr Ziel und Ihre Motivation sollten Sie genau kennen, um sich bereits beim Bewerbungsschreiben von zahlreichen Mitbewerbern zu unterscheiden. Es ist Ihr Können, Ihr Geschick bereits mit dem Bewerbungsschreiben auf Ihr Können und damit auf Ihre Kenntnisse und Fähigkeiten aufmerksam zu machen. Wecken Sie die Neugier beim Leser! Bedenken Sie: der Leser Ihrer Unterlagen kennt Sie nicht. Er möchte Sie jedoch kennenlernen. Zunächst über das Bewerbungsschreiben und anschließend über die restlichen Unterlagen. Ihr Ziel sollte dabei heißen, dass Sie zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen werden. Für Sie bedeutet dieses, dass Sie Ihr Bewerbungsschreiben nicht dem Zufall überlassen.
Logik, Ausdrucksstärke und Überzeugungskraft spielen dabei eine große Rolle. Bereits die Auswahl der Bewerbungsmappen, des Papieres und der Darstellung sind oftmals entscheidende Faktoren. Hochwertige Bewerbungsmappen und Papier sind inzwischen Standard.

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Hier ein paar allgemeine Empfehlungen für die Gestaltung der Bewerbungsunterlagen und Bewerbungsmappen:
Gutes weißes oder dezent getöntes, nicht liniertes DIN-A4-Papier, welches Sie nur einseitig beschreiben. Eigenes Briefpapier mit Name und Anschrift ist nur bei Bewerbungen mit einem überdurchschnittlich hohen Jahreseinkommen zu empfehlen. Achten Sie auf die Druckqualität Ihres Druckers. Achten Sie auf die Rechtschreibung und Zeichensetzung. Achten Sie auf eine übersichtliche und klare Gliederung. Machen Sie Absätze. Achten Sie auf angemessene Ränder (ca. 4 cm links und ca. 3 cm rechts). Achten Sie auf Sauberkeit und Nikotingeruch (Papier nimmt Nikotin schnell und stark auf). Das Anschreiben wird lose, die anderen Dokumente werden eingeheftet – aber nicht gelocht. Bewerbungsmappen gibt es in zahlreichen Varianten. Etwas edlere Bewerbungsmappen bestehen aus starkem Karton oder PVC. Sie sind zwei- oder dreiteilig und die Bewerbungsunterlagen werden dabei in eine Klemmschiene eingefügt. Ihre Bewerbungsmappen sollten sich dem Bewerbungsvorhaben anpassen. Knallige Farben wie Rosa, Pink oder Giftgrün sollten Sie vermeiden. Neutrale und dezente Farben, ohne Muster oder Arten von Gags sind ein Muss. Eine Bewerbung ohne Bewerbungsmappe entspricht in keinem Berufszweig dem Standard.


Was gibt es zu beachten?

Folgen Sie dem Sprichwort: „In der Kürze liegt die Würze.“ Die optimale Lösung liegt beim Schreiben von maximal einer Seite. Längere Bewerbungsschreiben können die Ungeduld beim eiligen Leser hervorrufen. Und damit bringen Sie sich eventuell um jede Chance. Die Zeit des Lesers ist knapp bemessen. Häufig wird flüchtig gelesen und schnell entschieden, auf welchen Stapel Ihre Unterlagen gelangen. Der kleine Stapel wird eingeladen.

Welche Grundstruktur soll ein Anschreiben mitbringen?

Neben Ihren vollständigen persönlichen Daten der Adresse, Telefonnummer und eventuell E-Mail sowie des Datums und des Adressaten, beginnt das Anschreiben mit der Betreffzeile. Das Wort „Betreff“ wird dabei nicht mehr geschrieben. Beziehen Sie sich auf die Anzeige, auf die Sie sich bewerben, und werden Sie konkret. „Ihr Stellenangebot PR-Berater in … (Zeitung, Internet) vom … (Datum)“. Übernehmen Sie, wenn gegeben, die Stellenausschreibungsnummern. Die Betreffzeile kann als „Eyecatcher“, als Blickfang, fungieren. Sie darf von daher etwas größer und fett gedruckt sein.
Der nächste Schritt ist die Anrede. Ist Ihnen kein Name bekannt, darf „Sehr geehrte Damen und Herren“ geschrieben werden. Allerdings ist es immer besser, wenn Sie statt des Hänschens den Hans anschreiben. Telefonieren oder schauen Sie im Internet, ob der Entscheider (also, zumeist der Leser) namentlich genannt ist. Das zeigt Eigeninitiative und Interesse.

Der Text im Bewerbungsschreiben

Hier beginnt die eigentliche Arbeit und gliedert sich in drei Teilen: die Einleitung, dem Hauptteil und dem Schluss.

Die Einleitung
Stellen Sie einen Bezug zum Stellenangebot her und bekunden Sie deutlich Ihr Interesse. Stellen Sie heraus, warum Sie sich bewerben. Haben Sie zuvor telefoniert, beziehen Sie sich auf das Telefonat und bedanken sich. Vermeiden Sie Phrasen wie „Hiermit bewerbe ich mich um die ausgeschriebene Stelle als … „. Besser: „Nach dem freundlich-informativen Telefonat mit … Name … überreiche ich Ihnen meine Bewerbungsunterlagen. Gerne biete ich Ihnen meine Unterstützung als PR-Berater oder PR-Beraterin an“. Oder „Ich bin PR-Berater und habe großes Interesse an einer Tätigkeit in Ihrem Unternehmen“. Der „Ich-Anfang“ mag ungewöhnlich sein; zeugt jedoch von einem Selbstbewusstsein und ist heutzutage absolut zulässig. Ratsam ist es jedoch nicht zu viele Sätze mit „Ich“ zu beginnen. Maximal zwei bis drei Sätze.


Der Hauptteil
Dieser Teil gibt Ihre Persönlichkeit wider. Sie bringen dem Unternehmen als Mitarbeiter sozusagen einen Gewinn. Sie treten nicht als Bittsteller auf.
Welche der geforderten Qualifikationen bringen Sie mit? Welche zusätzlichen Qualifikationen bieten Sie? Was sind Ihre Stärken? Wo konnten Sie Ihr Wissen, Ihre Kenntnisse und Ihre Fähigkeiten bereits unter Beweis stellen? Was ist Ihre Motivation, Ihr Ziel? Wo lassen sich Parallelen zu Ihrer bisherigen Tätigkeit ziehen? Inwiefern profitiert das Unternehmen von Ihrer Einstellung? Lesen Sie das Stellenangebot genau und markieren Sie sich zuvor die geforderten Schlüsselqualifikationen (Hard- and Soft Skills). Wobei die Hard-Skills die Kenntnisse wie Fachkenntnisse, PC-Kenntnisse, Sprachkenntnisse usw. beschreiben. Dem gegenüber stehen die Soft-Skills wie Organisationsfähigkeit, Stresstoleranz, Belastbarkeit, Teamfähigkeit. Bleiben Sie im Aktiv und sprechen Sie den Leser direkt an. Statt „Ich kann mir vorstellen, Ihren Vorstellungen zu entsprechen“ – besser „Aus meiner täglichen Praxis sind mir Planung, Gesprächsführung und Analyse von Erhebungsdaten bestens vertraut“. Dabei sollten Sie darauf achten, Übertreibungen wie „der Beste, die Schnellste“ zu vermeiden. Vermeiden Sie das Schreiben im Konjunktiv und wählen Sie prägnante Gegenwartsformen. Zahlreiche Schachtelsätze erschweren das Lesen. Wechseln Sie längere Sätze mit kürzeren Sätzen ab.

Am Schluss des Hauptteils weisen Sie auf Ihren frühestmöglichen Eintrittstermin hin. Ist keine Angabe zum Gehaltswunsch gefordert, gehen Sie im Bewerbungsschreiben nicht explizit darauf ein.

Der Schlussteil
Im Schlussteil freuen Sie sich auf eine Einladung zum Vorstellungsgespräch. Beachten Sie auch hier das Aktiv. Nicht „Auf ein Vorstellungsgespräch würde ich mich freuen“ – sondern, „Auf eine Einladung freue ich mich“.
Anschließend folgen die „Freundlichen Grüße“ und Ihre handschriftliche Unterschrift. Gerne dürfen Sie das Wort „Anlagen“ erwähnen. Die Aufzählung der Anlagen ist nicht mehr nötig.

Tipp: Seien Sie kreativ – standardisiert sind 90 von 100 Unterlagen

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