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Anleitung für einen erfolgreichen Lebenslauf

by Falk von Wildenradt24. März 2013

Ihr Lebenslauf – ein ebenso wichtiges Kriterium wie Ihr Bewerbungsschreiben

Nachdem nun Ihr Bewerbungsschreiben die erste Hürde überstanden hat, fällt der Blick des Lesers auf Ihren Lebenslauf. Das heißt für Sie: gestalten Sie Ihren Lebenslauf mit demselben Aufwand wie Ihr Anschreiben. Verwenden Sie die gleiche Papierqualität und behalten Sie Ihre Konzentration bei. Lassen Sie ihn Korrekturlesen – vier Augen sehen meistens mehr als zwei.

TIPP 1: Beginnen Sie bei Ihren Bewerbungsmappen mit dem Lebenslauf und bringen Sie „Ordnung“ in Ihren vielfältigen Berufserfahrungen.

Besuchen Sie unsere weiteren Seiten zum Thema Lebenslauf:

Bedenken Sie: Ihr Lebenslauf ist so lang, wie Ihr Leben ist. Eine Minimierung auf eine Seite ist nicht zwingend.

Begründung: Beim Schreiben Ihres Lebenslaufes haben Sie Ihre bisherigen Tätigkeiten im Blick. Das hat für Sie den Vorteil, dass Sie daraus das spätere Bewerbungsschreiben gezielter und aussagekräftiger gestalten können. Ihre bisherigen Berufskenntnisse und Erfahrungen erkennen Sie mit einem Blick.

TIPP 2: Schreiben Sie jeden Lebenslauf entsprechend des Stellenangebotes! Passen Sie jeden Lebenslauf passgenaue auf das Unternehmen an! Vermeiden Sie einen standardisierten Lebenslauf.
Vielleicht erstellen Sie sogar zunächst ein Lebenslauf Muster?

Ein paar Grundsätze zur Struktur:

Gliedern Sie Ihren Lebenslauf
Sortieren Sie ihn chronologisch
Das Wort Lebenslauf steht zu Beginn als Überschrift
Ort, Datum
Unterschrift (der Lebenslauf ist ein Dokument)

Der Aufbau / Gliederung / Inhalt

Persönliche Daten

Vor- und Zuname
Anschrift, Telefon, E-Mail
Geburtsdatum und -Ort
Religionszugehörigkeit (nur wenn es für den Arbeitgeber wichtig ist – kirchliche Einrichtungen)
Familienstand (ggf. Anzahl der Kinder und Alter)
Staatsangehörigkeit (bei Ausländer)

Schulbildung

Besuchte Schularten
Schulabschluss
In Jahresdarstellung möglich z.B. 1980 – 1986 Realschule, Ort, Abschluss: Mittlere Reife
Die Grundschule wird nicht mehr erwähnt

Evtl. Hochschulstudium (oder vergleichbare Ausbildung)

Fach / Fächer
Universität, Fachhochschule, Berufsakademie
Schwerpunkte, ggf. Thema der Examensarbeit oder Promotion
Art der Examina

Berufsausbildung

Art der Berufsausbildung / -Bezeichnung, Ort
Abschluss der Berufsausbildung ggf. mit Hinweis auf besonderen Erfolg

Berufstätigkeiten

Stellenbezeichnung, Unternehmen, Ort
Tätigkeitsprofile / Aufgaben mindestens 3

Hinweis: nicht jede Tätigkeit muss mit einem Tätigkeitsprofil versehen sein. Versetzen Sie sich in die Lage des Leser. Sein Ziel ist das Erfassen Ihrer passgenauen beruflichen Daten / Erfahrungen für sein Unternehmen. Zur Erinnerung: Welche beruflichen Erfahrungen bringe ich mit und passen auf das Stellenangebot und dem Unternehmen?

Berufliche Weiterbildungen

Art der Weiterbildungen, Institutionen, Ort

Evtl. außerberufliche Weiterbildungen

Art der außerberuflichen Weiterbildungen, Institution, Ort
ggf. darauf achten, ob diese Weiterbildungen zur Stellenausschreibung passen
z.B. ein Töpferkurs passt nicht unbedingt zur Bürokauffrau; jedoch im Verkauf eines Keramikladens
z.B. Techniken der Gesprächsführung; immer gern gesehen

Evtl. Sonderinformationen

Auslandsaufenthalt während der Schulzeit, Berufsausbildung, Studium
Stipendien für gute Leistungen

Besondere Kenntnisse

Fremdsprachen
Nennung der Sprache mit Angabe ob in Wort und / oder Schrift und Klassifizierung
Muttersprache
Verhandlungssicher
fließend in Wort und Schrift
sehr gute / gute Kenntnisse
Grundkenntnisse
PC-Kenntnisse
Klassifizierung
Angabe der Anwendungskenntnisse; z.B. MS-Office, SAP, Programmiersprachen
Führerschein mit Angabe der Klasse; alt: Klasse 3, neu: Klasse B
andere Scheine und Qualifikationen z.B. im gewerblichen, pflegerischen, pädagogischen Bereich

Hobbys / Interessen

Sport, Lesen, Kultur (als Beispiele)
Gern gesehen: Ehrenamtliche Tätigkeiten; künstlerisches oder soziales Engagement
Achten Sie hier besonders darauf, ob die Hobbys zum Arbeitgeber passen; Vorsicht mit politischen oder gewerkschaftlichen Ämtern (Ausnahme: Bewerbung bei einer Gewerkschaft oder Partei)

Ort, Datum, Unterschrift

Das Datum muss aktuell sein – sonst sieht es gern nach „Massenware“ aus

Darstellung

Die Zeitabschnitte werden in Monaten und Jahreszahlen dargestellt.

Beispiel:

seit 01 / 2008 PR-Beraterin, Wortmarketing GmbH, Hamburg
Soll-Image Erstellung
Quantitätsanalyse
Entwicklung von Marketingstrategien nach außen und innen

01 / 2005 – 12 / 2007 PR-Junior Beraterin, Goldstift GdbR, Hamburg
Aufzählung der Tätigkeiten

Wie Sie erkennen können, werden die Zeitabschnitte rückwärts dargestellt. Diese Form der Darstellung entspricht der europäischen Norm (früher amerikanisch) und ist heute üblich. Ausnahmen bilden Schulabgänger, welche sich für einen Ausbildungsplatz bewerben. Diese liegt in ihren zumeist noch fehlenden Berufstätigkeiten.


Und zu guter Letzt: das Foto

Das Foto ist der Sympathieträger. Mit einem Blick kann der Leser erkennen, ob Sie lustlos, sympathisch, vorbereitet und gepflegt wirken. Neben der Qualität spielt Ihr Auftreten und damit Ihre Mimik eine große und wichtige Rolle. Mit dem Foto können Sie Ausstrahlungskraft vermitteln. Auf was wird geachtet?

Mimik
Aussehen
Die Kleidung, dass was man von ihr sieht
Die fotografische Qualität
Das Format
Der Ausschnitt des Fotos (bitte keine Ganzkörperfotos – Ausnahmen: Schauspieler, Musicaldarsteller, Modells)

Nach Ihrer geschickten Auswahl des passenden Fotos (wo erscheinen Sie am sympathischsten – fragen Sie Ihre Freunde / Bekannte / Familie), beschriften Sie es mit Ihrem Namen und Adresse. Anschließend wird es oben rechts in die Ecke geklebt. Bitte nicht heften oder klammern. Besser noch: Erstellen Sie ein Deckblatt oder die Dritte Seite, welches Sie mit Ihrem Foto versehen.

Wie sieht es mit Lücken aus?

TIPP 3: Lücken im Lebenslauf müssen erklärt werden. Sichtbare Lücken können erste negative Gedanken beim Leser entstehen. Das sollte vermieden werden!

Von einer kleineren Lücke spricht man ab drei Monaten. Von einer größeren Lücke wird ab sechs Monaten gesprochen. Nicht jede Lücke wird negativ bewertet. Ausnahmen bilden zum Beispiel Familienzeiten oder auch Erziehungszeiten (früher Erziehungsurlaub). Zeiten, in denen Sie Familienangehörige gepflegt haben (Pflegezeiten) oder auch Weltreisen werden zumeist nicht negativ bewertet. Gerade die Pflegezeit zeugt von Verantwortungsgefühl und Stresstoleranz. Eine (längere) Arbeitslosigkeit kann jeden treffen. Diese darf nicht verschwiegen werden. Statt Arbeitslosigkeit sollten Sie jedoch besser „arbeitsuchend“, „Arbeit / Stellen suchend“ oder Neuorientierung schreiben. Besonders der Begriff Neuorientierung bietet sich an, wenn Sie nach der Arbeitslosigkeit eine andere Tätigkeit ausgeübt haben.

TIPP 4: Lügen Sie nicht im Lebenslauf – jede Lücke sollte erklärt sein. Fragen Sie sich selber: Wie stehen Sie zu Ihrer Lücke?

TIPP 5: Suchen Sie Ihren eigenen roten Faden. Welche meiner bisherigen Berufstätigkeiten passen zum Stellenprofil? Was wird besonders gefordert? Wo habe ich diese Anforderungen in meinem Lebenslauf erfüllt? Diese stellen Sie besonders heraus, damit der Leser direkt erkennen kann, dass Sie die geforderten Qualifikationen mitbringen und bereits Erfahrungen gesammelt haben.

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