Klappmützenrobbe Steckbrief – Aussehen, Lebensweise & Fortpflanzung, Bestand

Klappmützenrobbe Steckbrief – Aussehen, Lebensweise & Fortpflanzung, Bestand

Beitragsbild von MarchantiaEigenes Werk, Gemeinfrei, Link

Die mit den Elefantenrobben zur Unterfamilie der Rüsselrobben zählende Klappmütze (lat. Name Cystophora cristata) zeichnet sich durch ein blasenförmiges Gebilde, die sogenannte Mütze aus. Die Mütze erstreckt sich von der Stirn bis zur Nasenöffnung und wird bei Erregung stark vergrößert, sodass der Kopfumfang bei den Männchen auf das Doppelte heranwachsen kann. Desgleichen kann durch das Schließen eines Nasenloches die elastische Nasenscheidewand durch das andere Nasenloch ballonartig herausgeblasen werden. Bei den Weibchen bleibt diese Mütze sehr viel kleiner, wie die Weibchen auch im übrigen nicht die Maße der Bullen erreichen. Diese werden bis zu 3,80 m lang und über 400 kg schwer. Die Färbung der Tiere ist blau bis dunkelgrau mit unregelmäßiger Fleckung.

Benennung

Der Gattungsname Cystophora bedeutet im Griechischen „Blasenträger“ und leitet sich vom ungewöhnlichen sexuellen Ornament der Art ab – einer eigentümlichen aufblasbaren Blasenscheidewand auf dem Kopf des erwachsenen Männchens. Diese Blase hängt im entleerten Zustand zwischen den Augen und nach unten über der Oberlippe. Darüber hinaus kann die Kapuzenrobbe aus einem ihrer Nasenlöcher einen großen ballonartigen Sack aufblasen. Dies geschieht durch Verschliessen eines Nasenlochventils und Aufblasen einer Membran, die dann aus dem anderen Nasenloch hervorsteht.

Lebensweise & Fortpflanzung

Klappmützen sind die Rüsselrobben der Gewässer rund um den Nordpol und halten sich stets in unmittelbarer Wassernähe auf, wenn sie einmal das Packeis betreten. Dies geschieht zur Fortpflanzungszeit Ende März/Anfang April. Bereits im Mutterleib oder unmittelbar nach der Geburt verlieren die Jungen ihr weißes Säuglingsfell und wechseln es gegen ein von Robbenschlägern gesuchtes bläuliches Jugendkleid. Schon sehr früh sind die Jungen in der Lage, ins Wasser zu flüchten. Etwa 3 Wochen leben sie ausschließlich von der Muttermilch.
Nach 1-3 Wochen setzt die Parrung der in Familien lebenden Elterntiere unter lautstarkem Gebrüll der Bullen ein. Kurz danach begeben sich die Tiere wieder ins offene Wasser, um besonders in tiefen Wasserschichten nach Dorschen, Flundern und Tintenfischen zu jagen.

Im Juni schließlich finden sich die Klappmützen auf dem Treibeis der Dänemarkstraße ein, um den Haarwechsel durchzumachen. Da sie während dieser Zeit keine Nahrung zu sich nehmen, magern die Tiere sehr stark ab. Ist diese Zeit überstanden, zerstreuen sich die Hundsrobben in den nördlichen Meeren und unternehmen oft weite, bisher noch nicht aufgeklärte Wanderungen.

Nasenhöhle

Die Klappmütze ist bekannt für ihre einzigartig elastische Nasenhöhle, die sich am oberen Ende des Kopfes befindet und auch als Mütze bezeichnet wird. Nur Männchen besitzen diesen Nasensack, den sie ab einem Alter von etwa vier Jahren zu entwickeln beginnen. Die Mütze beginnt sich aufzublasen, wenn die Robbe ihren ersten Atemzug macht, bevor sie unter Wasser geht. Dann beginnt sie sich wiederholt zu entleeren und aufzublasen, während die Klappmützenrobbe schwimmt. Dieser Vorgang dient als akustisches Signal, d.h. er tritt auf, wenn sich die Robbe bedroht fühlt und versucht, feindliche Arten abzuwehren, wenn sie um Ressourcen wie Nahrung und Unterschlupf konkurriert. Es dient auch dazu, sowohl anderen Männchen als auch Weibchen, die sie anzulocken versuchen, ihre Gesundheit und ihren überlegenen Status mitzuteilen. Bei geschlechtsreifen Männchen tritt aus dem linken Nasenloch eine rosafarbene, ballonähnliche Nasenmembran aus, die das Anlocken eines Männchens weiter erleichtert. Wenn diese Membran geschüttelt wird, ist sie in der Lage, verschiedene Geräusche und Rufe zu erzeugen, je nachdem, ob sich die Robbe unter Wasser oder an Land befindet. Die meisten dieser akustischen Signale werden in akustischen Situationen verwendet (etwa 79%), während etwa 12% der Signale zu sexuellen Zwecken eingesetzt werden.

Nahrung

Die Nahrung der Kappenrobbe besteht hauptsächlich aus verschiedenen Amphipoden (Krebstiere), Euphausiiden (Krill) und Fischen, darunter Atlantik-Argentinien, Lodde, Schwarzer Heilbutt, Kabeljau, Hering und Rotbarsch. Es ist auch bekannt, dass sie Tintenfisch, Seesterne und Muscheln fressen. Im Vergleich zu den anderen Arten verzehren Mützenrobben den dreifachen Anteil an Rotbarsch; der Anteil der Lodde war im Verhältnis zu den eng verwandten Arten ähnlich. Die Lodde gilt als eine häufigere Nahrungswahl während der Wintersaison. Ihre Nahrung gilt als reich an Lipiden und Fettsäuren.

Bestand

Der Bestand der Klappmützen wird heute auf etwa 300 000 Exemplare geschätzt, sodass er noch als sicher gelten kann.

Video der Klappmütze

In diesem Video kann man die Bewegungen und das Aufblasen der Klappmütze super erkennen und verstehen 🙂

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