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Osteopathie – heilkundliches Verfahren mit unterschiedlichen Behandlungskonzepten

Die Osteopathie zählt zur Alternativmedizin und umfasst mehrere Behandlungskonzepte. Das heilkundliche Verfahren geht von der Annahme aus, dass der menschliche Körper sich selbst heilen kann, wenn alle Strukturen ausreichend versorgt und gut beweglich sind. Um eventuelle Bewegungseinschränkungen aufzuspüren und zu behandeln, untersucht ein Osteopath die Patienten mit seinen Händen. Das Ziel der Osteopathie besteht nicht primär in der Behandlung von Symptomen, sondern in der Entdeckung der Ursachen, die einer Funktionseinschränkung zugrunde liegen.

Fünf Grundprinzipien bestimmen die Osteopathie

In der Osteopathie wird von fünf Grundprinzipien gesprochen, die als Basis der Heilslehre gelten. Das erste Prinzip lautet, dass das Leben sich in Form einer ständigen Bewegung darstellt. Jede einzelne Struktur im Organismus benötigt ausreichend Bewegungsfreiheit, um zu funktionieren. Die Osteopathie basiert auf der Annahme, dass Krankheiten aufgrund von Funktionsstörungen und mangelnder Bewegungen entstehen. Eine ungehinderte Beweglichkeit ist demnach nicht nur für die Strukturen des Bewegungsapparates wie Muskeln und Gelenke unverzichtbar, sondern auch Bedingung für eine gute Funktion der Organe. Alle Körperflüssigkeiten wie Blut und Lymphe müssen ungehindert und frei fließen. Der zweite Grundsatz der Osteopathie bedeutet, dass Struktur und Funktion des Organismus sich gegenseitig beeinflussen. Durch Funktionsstörungen in einem bestimmten Bereich des Körpers kommt es zu einer eingeschränkten Beweglichkeit von Strukturen in anderen Körperzonen. Die Aufgabe der Osteopathie besteht hierbei in der Untersuchung und Überprüfung der Beweglichkeit von Körperstrukturen, wobei Funktionsstörungen diagnostiziert werden. Mithilfe geeigneter osteopathischer Techniken wird versucht, die ursprüngliche Bewegungsfähigkeit der betroffenen Strukturen wieder herzustellen. Durch die gezielte Unterstützung der Mobilität werden die Selbstheilungskräfte aktiviert und gewinnen ihre Funktionsfähigkeit in vollem Umfang zurück. Das Gesetz der Arterie ist das dritte Prinzip, auf dem die Lehre der Osteopathie fußt. Durch die regelmäßige Zufuhr von Sauerstoff und Nährstoffen sowie durch den Abtransport der Stoffwechselprodukte und CO2 werden die Voraussetzungen geschaffen, alle Gewebe im Körper ausreichend zu versorgen und Schadstoffe zu entsorgen. Langfristige Störungen im Bereich der Versorgung und Entsorgung verändern sowohl Mobilität und Qualität der Gewebe. Dieser Mechanismus gilt für alle Arten von Körperflüssigkeiten wie Lymphflüssigkeit und Gehirnflüssigkeit im arteriellen und venösen System.

Die Ziele der Osteopathie

Die Osteopathie versucht durch ihre unterschiedlichen Therapieformen eine geeignete Ver- und Entsorgung körperlicher Strukturen mit Körperflüssigkeiten zu gewährleisten, damit eine optimale Funktion des Körpers erreicht wird. In der Osteopathie wurde bereits frühzeitig erkannt, dass der Körper als Einheit funktioniert. Demnach ist die Globalität des Körpers das vierte Grundprinzip der Heilslehre, das besagt, das sämtliche Gewebe und Strukturen des Körpers mechanisch sind und miteinander durch die Körperflüssigkeiten und das Nervensystem verbunden sind. Daraus schlussfolgert die Osteopathie, das jede Abweichung einer normalen Funktion sowie Störungen der Mobilität Auswirkungen auf die gesamte Funktion des Körpers haben. Der Organismus ist nur dann in der Lage, als Ganzes zu funktionieren, wenn das Zusammenspiel aller Strukturen aufeinander abgestimmt ist.

Bei einer osteopathischen Behandlung werden deshalb weder Krankheiten noch Beschwerden behandelt, sondern der Patient in seiner Gesamtheit. Die Fähigkeit des Körpers, sich selbst zu heilen, bildet die fünfte Säule der Osteopathie. Diese Befähigung kommt in Form von Selbstheilungskräften zum Ausdruck, mit denen der Körper seine Gesundheit erhält oder diese wieder erlangt. Offensichtlich wird die Selbstheilungs-Fähigkeit beispielsweise beim Zusammenwachsen der Knochen nach einem Knochenbruch

Henning Wellner, Osteopath aus Preetz

Osteopathie – Alternative für Menschen aller Altersstufen

Bereits Säuglinge und Kinder können von einem Osteopathen behandelt werden. Das medizinische Verfahren ist für Menschen jeder Altersstufe geeignet. Die Behandlungsmöglichkeiten der Osteopathie sind umfassend und nicht auf die Behandlung des Bewegungsapparates beschränkt. Grunderkrankungen wie ein hoher Blutdruck oder Osteoporose sind kein Therapie-Hindernis. Dennoch sollte der behandelnde Osteopath über bestehende Erkrankungen sowie über die Einnahme von Medikamenten informiert werden. Kontraindiziert ist die osteopathische Behandlung nur in seltenen Fällen. Zu den Gesundheitsproblemen, die sich durch osteopathische Behandlungen bessern, zählen akute und chronische Schmerzzustände der Wirbelsäule und der Gelenke sowie funktionelle Fußfehlstellungen. Auch Schwindel, Kopfschmerzen und Migräne können in einer osteopathischen Praxis behandelt werden. Der Einsatz der Osteopathie hat sich bei neurologischen Erkrankungen wie Parkinson und Multiple Sklerose sowie bei Folgebeschwerden nach Operation und Unfällen bewährt. Weitere Krankheitsbildern, die auf eine Osteopathie-Behandlung sprechen, sind Erkrankungen im HNO-Bereich, Beschwerden der Atemwege, Probleme des Verdauungstraktes, des Urogenitalbereiches sowie Allergien und Neurodermitis. Eine Osteopathie-Behandlung beginnt stets mit einer ausführlichen Diagnostik, um den Gesundheitszustand des Patienten bewerten zu können. Durch gezielte Untersuchungen mithilfe osteopathischer Techniken werden übergeordnete Verkettungen mit einem Einfluss auf die derzeitige Erkrankung erkannt. Wenn die ursächliche Störung, die für die Beschwerden verantwortlich ist, gefunden ist, wird die geeignete Therapie eingeleitet. Zur Behandlung stehen unterschiedliche osteopathische Techniken wie die Muskel-Energie-Technik, Faszien-Release-Technik, Impulstechnik (HVLA-Technik), Viszerale Technik und die Cranio-Sacral-Therapie zur Verfügung.

Weitere Infos zum Thema unter https://www.osteopathie-wellner.com/

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