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Hungriger Wolf – Flugplatz mit Geschichte

by Falk von Wildenradt29. April 2013

Seit 1898 wird das Gelände des Hungrigen Wolf militärisch genutzt. Anfangs war es Teil des Truppenübungsplatzes „Lockstedter Lager“. 1905 wurde ein provisorischer Feldflugplatz errichtet, und dieser entwickelte sich nach und nach zu einem militärischen Flugplatz. Ein besonderes Ereignis in der Geschichte war 1915 die Landung von Leutnant von Hiddensee, einem zu Ruhm gekommenen deutschen Piloten.
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Nach dem 1. Weltkrieg nutzte die Reichswehr einen Teilbereich des heutigen Flugplatzes als Übungsgelände. 1932 kam eine Geländesportschule hinzu, die ab 1935 von einer SA-Sportschule genutzt wurde.

Doch schon 1936 wurde ein Rollfeld mit Gebäude errichtet.

Doch erst der Bau von Barackenunterkünften 1939 machte aus dem Hungrigen Wolf einen vollständigen Feldflugplatz. Nachdem auch ein angrenzendes Waldstück dem Kloster Itzehoe entnommen wurde, wurde der Flugplatz um 250 ha größer.

Es ist bis heute nicht belegt, wie hoch das Flugzeugaufkommen im 2. Weltkrieg war. In den Flugbüchern sind keinerlei Eintragungen darüber enthalten. Man spekuliert jedoch, dass es nicht allzu hoch gewesen sein kann, da zusammenhängende Staffeln auf dem Gelände nicht operierten. Ebenso zu klären ist noch, ob der Platz zu Ende des Krieges als Endstation für die geschlagene Luftwaffe diente.

Im April 1942 hatte das Barackenlager die Kapazität, 430 Unteroffiziere und Mannschaften unterzubringen. Im Extremfall wären sogar 860 Männer möglich gewesen. Es gab einen 70 qm Abstellplatz für KFz, die man unter Schleppdächer stellen konnte. Allerdings wurden im Mai 1942 lediglich 8 Soldaten, davon 3 Offiziere, 1 Unteroffizier und 4 Mannschaftsdienstgrade, verzeichnet.

Bereits einen Monat später allerdings erhöhte sich die Zahl auf 599 Luftwaffensoldaten. Flugzeuge befanden sich zu dieser Zeit nicht auf dem Platz.

Ab dem 6. Mai 1942 wird der Flugplatz in einem wöchentlichen Turnus besichtigt bis zum 18. Juli. Dann wird das entsprechende Bataillons nach Neumünster verlegt.

Man vermutet, dass der Platz dem Fliegerhorst Uetersen angegliedert war.

Nach dem Krieg wurden die Baracken genutzt, um ehemalige Kriegsgefangene und Fremdarbeiter unterzubringen. Belegt werden können 3000 Polen. Ab 1946 wohnten Heimatvertriebene für etliche Jahre auf dem Platz.

Am 25. Mai 1955 wurde, als erster Sportflughafen der Bundesrepublik, der Hungrige Wolf eingeweiht. Noch heute wird dort Sportfliegerei betrieben. Trotzdem wurde der Platz 1959 wieder militärisch genutzt. Eine Heeresfliegerstaffel wurde zum Hungrigen Wolf verlegt.

In den Blickpunkt der Öffentlichkeit rückte der Flugplatz Hungriger Wolf, als das Heeresfliegerbataillon 6 bei der Sturmflut in Hamburg 1962 eingesetzt wurde. Ebenso bei der Schneekatastrophe von 1979.

1980 wurde umstrukturiert und aufgrund der Verkleinerung der Bundeswehr der Standort Hungriger Wolf ganz gestrichen.

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