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Gasfackel – Technik und Hintergrund

by Falk von Wildenradt15. April 2013

Biogasanlagen spielen bei der Gewinnung regenerativer Energien eine immer bedeutendere Rolle. Für den sicheren Betrieb dieser Anlagen gilt – wie für jede andere technische Anlage auch -, dass bestimmte Vorsichtsmaßnahmen für eventuelle Störfälle getroffen werden müssen. Eine solche Maßnahme ist die so genannte Gasfackel.
Eine Biogasanlage erzeugt Gas – dies liegt nahe. Wenn jedoch durch eine technische Störung das entstehende Gas unkontrolliert auszutreten droht, greift die Gasfackel ein und verbrennt das überschüssige Gas, damit es nicht in großen Mengen in die Luft austritt und sie verschmutzt.
Die Funktion der Gasfackel lässt sich an folgendem Beispiel verdeutlichen. Das Gas einer Biogasanlage wird in einem angeschlossenen Blockheizkraftwerk genutzt bzw. verbrannt. Entsteht nun in diesem Teil der Anlage ein technischer Störfall, kann das Gas nicht mehr im Kraftwerk verbrannt werden. Theoretisch müsste die Gaszufuhr nun sofort unterbrochen werden – was technisch jedoch nicht möglich ist, denn eine gewisse Zeit strömt das Gas kontinuierlich nach.
Hier muss nun eine schnelle Abhilfe geschaffen werden, da ansonsten das überschüssige Gas die gesamte Anlage zur Explosion bringen kann. Es bestünde natürlich die Möglichkeit das Gas einfach in die Atmosphäre abzuleiten – aber diese Option ist äußerst umweltschädlich. Die hauptsächlichen Komponenten des Biogases, Kohlendioxid und Methan, tragen erheblich zum Treibhauseffekt in der Atmosphäre bei. Zusätzlich enthält Biogas toxische Bestandteile wie Schwefelwasserstoff, die für Lebewesen unter Umständen tödlich sein können.
Aus diesem Grund hat der Gesetzgeber festgelegt, dass im Falle eines Gasaustritts nicht mehr als 20 Kubikmeter Gas in die Atmosphäre gelangen dürfen. Diese Menge wird bei größeren Anlagen jedoch recht schnell erreicht und stellt deshalb keine Option dar.
In diesem Fall ist der Einsatz der Gasfackel die beste Lösung: Mit ihrer Hilfe wird das austretende Gas umgehend verbrannt und kann keinen Schaden anrichten. Die Fackel wird so installiert, dass das Gas über Rohre dorthin gelangt – also jederzeit unter Kontrolle bleibt – und in der Fackel entzündet wird. Rückschlagventile im Rohrsystem verhindern ein Zurückströmen des Gases in die Biogasanlage.
Das kontrollierte Verbrennen des austretenden Gases reduziert die Schadstoffmengen, die in die Luft gelangen, auf ein Minimum. Für kleinere Anlagen, bei denen diese Art Notfall sehr selten ist, werden mittlerweile mobile Gasfackeln angeboten, die im Bedarfsfall zügig montiert und nach der Nutzung wieder entfernt werden. Die Gesetzeslage erlaubt diese Möglichkeit, wenn eine Installation binnen eines Tages gewährleistet ist. Größere Anlagen integrieren die Gasfackel generell gleich beim Bau – auch für den nicht ganz so seltenen Fall einer vorübergehenden Überproduktion.

Weitere Informationen zum Thema Gasfackeln finden Sie beim Hersteller unter www.c-nox.de.

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